Die Groß- und Kleinschreibung: Übungen & Regeln

Es gibt große Fehler und kleine Fehler. Diejenigen, die mit großen und kleinen Buchstaben zusammenhängen, sind meist große, weil die falsch geschriebenen Wörter wie Riesen aus den Zeilen herausragen.

Dabei gibt es ein paar einfache Hilfen, mit denen du solche Fehler vermeiden kannst.

Dass bestimmte Begriffe großgeschrieben werden, ist jedem klar:

  • Wörter am Satzbeginn
  • Eigennamen (Anton, Australien, Aspirin)
  • Titel von Filmen etc. („Morgen sehe ich mir Das Gespenst Hui Buh an.“)

Wo aber Ausnahmen und Schwierigkeiten liegen, erfährst du hier.

Substantivierungen: andere Wörter zu Hauptwörtern machen

Die meisten anderen Fälle, in denen Wörter großgeschrieben werden müssen, hängen mit Hauptwörtern (auch Nomen, Substantive, Dingwörter genannt) zusammen.

Konkrete Hauptwörter

Hauptwörter bezeichnen Dinge. Manche von diesen sind konkret, man kann sie also anfassen oder auf andere Weise sinnlich erfahren: Stirn, Tisch, Pflaster.

Abstrakte Hauptwörter

Andere Hauptwörter sind abstrakt und bezeichnen Dinge, die nur gedacht werden können: Freiheit, Liebe, Studium. Solche Hauptwörter stehen im Wörterbuch und haben ein Geschlecht (männlich, weiblich, sächlich).

Nun kann man sprachlich aber so ziemlich alles in ein Ding verwandeln. Das geschieht immer dann, wenn man über etwas eine allgemeine Aussage trifft.

Substantivierung der Hauptwörter

Das besprochene Ding wird dann substantiviert, also in ein Hauptwort verwandelt, und muss großgeschrieben werden.

Wenn vor dem entsprechenden Wort ein Artikel (der, ein, …) steht oder gesetzt werden könnte, liegt eine solche Substantivierung vor.

Oft wird sie auch durch Mengenwörter (viel, nichts, alles, wenig, …) angezeigt – nur von einem Ding kann es eine Menge geben. Alle Wortarten können substantiviert werden, zum Beispiel:

  • Tätigkeitswörter: Das Lachen regt den Kreislauf an. Durch (das) Laufen bin ich fit geworden. Zu langes Arbeiten (= das zu lange Arbeiten) kann krank machen.
  • Zahlen: Ich habe eine Sechs gewürfelt. Er hat drei Einsen im Zeugnis.
  • Eigenschaftswörter: Das Laute wechselt mit dem Leisen ab. Wir tappen im Dunkeln. Wir haben viel Schönes gesehen.
  • Partizipien (Mittelwörter, also von Tätigkeitswörtern abgeleitete Wörter): Hierzu ist Folgendes (= das Folgende) anzumerken. Sie äußerte dazu wenig Durchdachtes.

Eine Ausnahme liegt aber vor, wenn sich ein Eigenschaftswort oder ein Partizip auf ein anderes Hauptwort bezieht, das in seiner Nähe – also etwa im vorhergehenden Satz – steht. Dann wird es kleingeschrieben, weil es nur eine Ergänzung ist und nicht als eigenständiges Ding besprochen wird:

Ich habe viele Fotos gemacht. Die schönsten zeige ich dir.
Die grüne ist meine Jacke.

Kombinationen aus Eigenschaftswort und Hauptwort werden manchmal als Einheit betrachtet, sodass sie zusammen ein Ding bezeichnen. Das Eigenschaftswort wird dann auch großgeschrieben.

Oft hast du dabei die Wahl zwischen Groß- und Kleinschreibung – die Regeln hierzu sind kürzlich gelockert worden. Meistens ist die Kleinschreibung aber vorzuziehen und im Zweifelsfall liegst du mit ihr fast immer richtig:

  • der Zweite Weltkrieg: ‚Zweite‘ hier immer groß, da es sich um einen festen Begriff handelt
  • das schöne Wetter: nur klein, auch wenn die Verbindung häufig ist
  • die medizinische oder Medizinische Fachangestellte
  • der gelbe oder Gelbe Sack (für Plastikmüll)
  • das schwarze oder Schwarze Brett

Sonderfälle der Groß- und Kleinschreibung

Von den Schwierigkeiten mit Substantivierungen abgesehen gibt es noch zwei weitere Fälle von Groß- und Kleinschreibung, die in Abschlussarbeiten und auch anderswo immer wieder falsch gemacht werden.

Pronomen bei der Groß- und Kleinschreibung

Das Pronomen kann unterschiedliche Bedeutungen tragen. Es bezeichnet eine weibliche Person (sie – das Mädchen), eine Gruppe mehrerer Personen (sie – die Franzosen) oder als Höflichkeitsform jemanden, den du direkt ansprichst (Sie, Herr Professor!).

Nur im letzten Fall wird es großgeschrieben. Er tritt in wissenschaftlichen Arbeiten naturgemäß selten auf – höchstens in Interviews. Das gleiche gilt für die Formen ihnen, ihr, ihre usw.

Vermeidung von Versalien

Schließlich sollten, abgesehen von Abkürzungen und evtl. Überschriften, Worte vermieden werden, die vollständig aus Großbuchstaben (Versalien) bestehen. So gibt es zum Beispiel keinen Grund, die erste Hälfte der Worte Soll-Wert oder Ist-Wert jeweils großzuschreiben.

Wenn du es ganz genau wissen möchtest, kannst du dich beim Duden-Verlag weiter zu diesem Thema informieren.

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Luca Corrieri

Luca ist der “Daten-Junkie” von Scribbr. Luca vereinfacht dir die Suche nach Informationen, indem er Artikel zur Beantwortung deiner Fragen verfasst. Er selbst ist auch Student und macht gerade seinen Master in Business Administration.

1 Kommentar

Luca Corrieri
Luca Corrieri (Scribbr-Team)
25. Januar 2018 um 10:46

Danke fürs Lesen! Ich hoffe dieser Artikel hat dir weitergeholfen. Hast du noch eine Frage? Hinterlasse einen Kommentar und ich werde mich so schnell wie möglich bei dir zurückmelden.

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