Wozu dienen Wiederholungen und Synonyme?

Für einen guten akademischen Stil ist es wichtig, angemessen zu formulieren.

Das bedeutet:

  • so abwechslungsreich wie möglich, aber zugleich
  • so präzise, sachlich und wertungsfrei wie nötig

Das ist nicht immer ganz einfach.

Manche Verfasser wollen deshalb lieber nichts falsch machen: Nach dem Motto ‚Viel hilft viel!‘ nennen sie bestimmte Fachbegriffe oder Ausdrücke, die für ihre Arbeit wichtig und damit entsprechend häufig Thema sind, immer und immer wieder.

Das Ergebnis ist oft ein sehr sachlicher Text, der zwar eine Menge inhaltliche Präzision bietet, aber manchmal nicht schön zu lesen ist.

Auch der umgekehrte Fall tritt immer wieder auf: Der Verfasser verwendet zu viele Synonyme für dieselbe Sache oder schreibt zu knapp. Dann treten Probleme mit der inhaltlichen Qualität des Textes auf – bei einer wissenschaftlichen Arbeit fürs Studium bedeutet das u. U. Punktabzug.

Dein Ziel sollte es also sein, den Stil so zu wählen, dass der Text möglichst interessant zu lesen ist, ohne dass er inhaltlich zu ungenau wird.

Geeignete Werkzeuge

  • Personalpronomen
  • Demonstrativpronomen
  • Ergänzungsstriche
  • Sinngleiche Zusammenfassungen/Kürzungen
  • Synonyme

Um das besser zu verdeutlichen, haben wir dir zu diesen Begriffen eine kurze Beispielübersicht zusammengestellt:

WerkzeugBeispiel
Personalpronomen
(ich/du/er/sie/es/wir/ihr/sie etc.)
„Die Untersuchung kommt damit zum Ende. Sie war sehr erfolgreich.“

statt

„Die Untersuchung kommt damit zum Ende. Die Untersuchung war sehr erfolgreich.“

Demonstrativpronomen
(dieser/diese/dieses etc.)
„Der Text zeigt, dass es an der Unterseite des Fahrzeugs zahlreiche Zugänge gibt. Diese sind meist über die Verkabelung erreichbar.“

statt

„Der Text zeigt, dass es an der Unterseite des Fahrzeugs zahlreiche Zugänge gibt. Die genannten Zugänge sind meist über die Verkabelung erreichbar.“

Ergänzungsstriche
(das Bindestrich-Zeichen [-])
„Damit zeigt sich, dass die Blau-, die Kohl- und die Schneemeise hiervon betroffen sein können.“

statt

„Damit zeigt sich, dass die Blaumeise, die Kohlmeise und die Schneemeise hiervon betroffen sein können.“

Sinngleiche Zusammenfassungen/Kürzungen„Die Filialen in Kambodscha, Australien und Südafrika wurden im Jahr 2012 eröffnet und sind seitdem in Betrieb.“

statt

„Die Filialen in Kambodscha, Australien und Südafrika wurden im Jahr 2012 eröffnet. Alle diese Filialen in den genannten Ländern sind seitdem in Betrieb.“

Synonyme
(Vermeidung von Wort- oder Wortstamm-Wiederholungen)
„Die ansässigen Berberstämme des Maghreb sind seit Beginn dieser Entwicklung in Nordafrika wirtschaftlich benachteiligt.“

statt

„Die angestammten Berberstämme der genannten nordafrikanischen Länder sind seit Beginn dieser Entwicklung in Nordafrika wirtschaftlich benachteiligt.“

Beachte: Bei Synonymen ist darauf zu achten, dass sie der ursprünglichen Bedeutung wirklich so genau wie möglich entsprechen. Gerade in wissenschaftlichen Arbeiten kann das jedoch schwierig werden – besonders bei fachspezifischen Ausdrücken (= Fachausdrücken) – also bei Wörtern, die in einem bestimmten Forschungsfeld eine ganz konkrete Bedeutung haben. Diese Bedeutung ist oft das Ergebnis einer schrittweisen Entwicklung über viele Jahre und Jahrzehnte.

Synonyme und was es zu beachten gibt

Ein Beispiel hierfür ist der juristische Ausdruck “grundsätzlich” (= nur dem Grundsatz nach, Ausnahmen/Erweiterungen sind möglich), der sich gegenüber dem allgemeinsprachlichen “grundsätzlich (= prinzipiell, das gilt immer – egal, was kommt) deutlich unterscheidet.

Wenn du dir also nicht sicher bist, ob das geplante Synonym wirklich passt, solltest du im Zweifel lieber den gleichen Ausdruck nochmal schreiben. Dann wird zumindest die wissenschaftliche Präzision gewährleistet – denn der Inhalt ist in diesem Fall immer noch etwas wichtiger als die Form.

Nicht alle Synonyme hat man immer im Kopf. Deshalb hier noch zwei Tipps dazu, wo du Synonyme finden kannst:

  1. Die In-Text-Funktion „Synonym“ (Rechtsklick) bzw. der Thesaurus in MS Word
  2. Online-Synonymdatenbanken bzw. Nachschlagewerke wie z. B. Woxikon oder openThesaurus

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  • Sprach- und Grammatikfehler
  • Akademischen Ausdruck
  • Interpunktion
  • Roter-Faden
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Beispiel anschauen

Wie funktioniert das jetzt genau? Wie soll ich also schreiben?

Ein nicht so gelungener Absatz aus einer wirtschaftswissenschaftlichen Arbeit könnte zum Beispiel wie folgt lauten:

Beispiel

„Das Unternehmen wurde 1921 im österreichischen Graz gegründet. Die Unternehmensgründer Alwin Wangenthaler und Ernst Wangenthaler waren damals die einzigen Anbieter selbstdichtender Schraubbolzen dieser Art auf dem österreichischen Markt. Heute arbeiten über 250 Mitarbeiter im Unternehmen. Im weltweiten Vergleich mit anderen Unternehmen zählen die Wangenthal-Schraubbolzen heute zu den besten auf dem Weltmarkt. Die Geschäftsführung hat als Zielstellung für das Jahr 2030 das Ziel ausgegeben, das Volumen in der Exportsparte und in der Importsparte zu vervierfachen.“

Dieses Textstück wäre nicht optimal: Es sind unterschiedliche Probleme enthalten, z. B. Wiederholungen. Zugehörige Problemstellen wurden jeweils farblich markiert.

Dein Ziel sollte es sein, solche Häufungen von Wiederholungen oder Sinndopplungen zu vermeiden. Dabei willst du natürlich trotzdem alles Wichtige in den Text packen.

Eine bessere Version dieses Textes könnte dann bspw. lauten:

Beispiel

„Das Unternehmen wurde 1921 im österreichischen Graz von Alwin und Ernst Wangenthaler gegründet. Diese waren damals landesweit die einzigen Anbieter selbstdichtender Schraubbolzen dieser Art. Heute beschäftigt der Betrieb über 250 Mitarbeiter. Im globalen Vergleich mit anderen Wettbewerbern zählen die Wangenthal-Schraubbolzen zu den besten auf dem Weltmarkt. Die Geschäftsführung hat für das Jahr 2030 die Zielstellung ausgegeben, das Volumen in der Export- und der Importsparte zu vervierfachen.“

Dieser Text sagt i. W. das Gleiche aus wie die o. g. Fassung. Er ist jetzt aber ein wenig kompakter und weniger schwerfällig. Außerdem gibt es keine überflüssigen Wortwiederholungen mehr.

Das Ziel ist erreicht: Der Text ist kürzer und der Stil schlanker geworden; die Passage ist interessanter zu lesen.

Leitfragen beim Schreiben

Bitte stelle dir deshalb zum Thema „Wiederholungen“ beim Schreiben folgende Leitfragen:

  • Wird das gleiche Wort bzw. der gleiche Ausdruck im selben Satz häufiger als unbedingt nötig genannt?
  • Taucht ein Begriff häufiger als zweimal pro Absatz auf?
  • Ist der Ausdruck inhaltlich und stilistisch passend?

Falls du eine oder mehrere Fragen bejahen kannst, solltest du darauf achten, den Satz etwas schlanker zu gestalten. Nutze dazu die o. g. Werkzeuge und die Datenbanken-Links.

Tipps zur Verwendung von Synonymen bei Verben findest du außerdem hier.

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Luca Corrieri

Luca hat seinen Master an der Universität von Amsterdam abgeschlossen und ist seit 2014 für den deutschen Markt von Scribbr verantwortlich. Mit seinen Kenntnissen im Online-Marketing hat er sich zum Ziel gesetzt, Studierenden während der Abschlussphase online zu unterstützen.

1 Kommentar

Luca Corrieri
Luca Corrieri (Scribbr-Team)
26. Januar 2018 um 13:56

Danke fürs Lesen! Ich hoffe dieser Artikel hat dir weitergeholfen. Hast du noch eine Frage? Hinterlasse einen Kommentar und ich werde mich so schnell wie möglich bei dir zurückmelden.

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