Gendern mit Schrägstrich /

Durch das Gendern mit Schrägstrich soll Sprache geschlechtergerecht werden und sowohl Frauen als auch Männer sichtbar machen.

Das Gendern mit Schrägstrich ist die einzige Form der gendergerechten Sprache abgesehen von der vollständigen Doppelnennung, die von den Rechtschreibregeln abgedeckt sind.

  • der/die Mitarbeiter/-in
  • die Schüler/-innen
  • die Nachbarn/Nachbarinnen
Beachte
Nur Wörter, die sich mit einem Schrägstrich und Bindestrich grammatikalisch korrekt bilden lassen, sind gemäß den Rechtschreibregeln korrekt.

Viele Hochschulen akzeptieren auch Schreibweisen, die über die gewöhnlichen Rechtschreibregeln hinausgehen. Der Bindestrich wird dabei meistens weggelassen. Halte dich an die Richtlinien deiner Hochschule.

Andere Varianten

  • der/die Mitarbeiter/in
  • die Dozent/innen
  • die Nachbar/-innen

Anwendung des Gender-Schrägstrichs gemäß Duden

Das Gendern mit dem Schrägstrich ist möglich, ohne die Rechtschreibregeln zu verletzen. Hier erfährst du, worauf du dabei achten solltest.

  1. Gleicher Wortstamm
  2. Unterschiedlicher Wortstamm
  3. Artikel und Pronomen
  4. Komposita

1. Gleicher Wortstamm

Wenn der Wortstamm der männlichen und weiblichen Variante eines Worts gleich ist, wird der Schrägstrich zwischen beiden Wortendungen platziert. Die amtliche Rechtschreibung schreibt außerdem einen Bindestrich hinter dem Schrägstrich vor.

  • Mitarbeiter/-in
  • Mitarbeiter/-innen
  • Dozent/-in

In den Beispielen ergeben sich bei der Ausschreibung die vollständige maskuline sowie feminine Form: ‚Mitarbeiter und Mitarbeiterin‘, ‚Dozent und Dozentin‘.

2. Unterschiedlicher Wortstamm

Wenn sich der Wortstamm je nach maskuliner oder femininer Version eines Worts unterscheidet – z. B. durch einen Umlaut – werden beide Wörter genannt und durch einen Schrägstrich getrennt.

  • Koch/Köchin
  • Arzt/Ärztin
  • Ärzt/-in

3. Artikel und Pronomen

Artikel und Pronomen werden mit dem Schrägstrich nach dem gleichen Prinzip gegendert wie andere Wörter.

Wörter mit unterschiedlichem Wortstamm bleiben erhalten und werden durch einen Schrägstrich getrennt. Wörter mit gleichem Wortstamm können verkürzt werden.

  • der/die
  • sein/ihr
  • ein/-e
Beachte
In Sätzen, die mehrere gebeugte Wörter enthalten, sollte das vermehrte Gendern mit Schrägstrich innerhalb eines Satzes vermieden werden, da es den Lesefluss stark beeinträchtigt. Versuche stattdessen, neutral zu formulieren.

  • Jede/-r Student/-in soll sein/ihr Projekt vorstellen.
  • Alle Studierenden sollen ihr Projekt vorstellen.

4. Komposita

Komposita sind zusammengesetzte Wörter. Hier geht es um Wörter, die aus einem gegenderten Teil und einem anderen Wortteil bestehen.

Beispiel: Erzieherstreik
Erzieher (männlich) + Streik (neutral)

Es gibt keine von den Rechtschreibregeln abgedeckte Schreibweise für richtiges Gendern von Komposita mit dem Schrägstrich. Gemäß der Rechtschreibung müssen Wörter daher durch die Doppelnennung aufgeteilt werden.

  • Erzieher- und Erzieherinnenstreik
Scribbr-Empfehlung: Neutrale Formulierung
Erziehendenstreik

Nicht alle Komposita müssen unbedingt gegendert werden. Ein Bürgersteig wird also nicht zwangsläufig zum Bürger- und Bürgerinnensteig. Es sollte aber immer dann gegendert werden, wenn die Person im Vordergrund steht.

Schau für die Anforderungen deiner Hochschule am besten in den Richtlinien nach, ob Komposita gegendert werden sollen oder nicht. Wir raten jedoch dazu, auch zusammengesetzte Wörter zu gendern.

Wenn du dir nicht sicher bist, kannst du immer stattdessen eine neutrale Formulierung wählen.

Anwendung des Genderschrägstrichs – andere Varianten

Abhängig von deinen Richtlinien kannst du dich auch dafür entscheiden, den Bindestrich wegzulassen. Dies ist eine weit verbreitete Schreibweise und wird als fairer angesehen, da die weibliche Endung nicht mehr als ‚Anhängsel‘ anzusehen ist. Außerdem ist die Schreibweise ohne Bindestrich platzsparender.

Wenn du dich nicht streng an die Rechtschreibregeln halten musst, kannst du auch Wörter mit Schrägstrich gendern, wenn dadurch die männliche Wortendung entfällt.

Gleicher Wortstamm, männliche Wortendung bleibt erhalten
  • ein/e Dozent/in
  • die Mitarbeiter/innen
Gleicher Wortstamm, männliche Wortendung entfällt
  • ein/e Kolleg/in
  • die Expert/innen

Wird die männliche Wortendung weggelassen, kann das als problematisch angesehen werden, da die männliche Form des Worts nicht mehr ersichtlich ist. Bei Ausschreibung von ‚Expert/innen‘ ergibt sich ‚Expert und Expertinnen‘, die Form ‚Experten‘ fehlt.

Beachte
In einigen Richtlinien ist es auch erlaubt, bei Pluralformen zwei Schrägstriche zu setzen:
Kolleg/inn/en
Diese Schreibweise ist jedoch eher ungewöhnlich und wir empfehlen sie daher nicht.

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Vor- und Nachteile des Genderns mit Schrägstrich

Das Gendern mit Schrägstrich hat den Vorteil, dass es neben der vollständigen Doppelnennung als die einzige Form des Genderns den Rechtschreibregeln entspricht.

Wie auch andere Formen des Genderns ist es jedoch nicht barrierefrei für Menschen mit Sehbehinderungen, da Screenreader den Schrägstrich meistens nicht sinnvoll vorlesen.

Außerdem wird kritisiert, dass die feminine Wortendung durch den Schrägstrich als nicht gleichberechtigt dargestellt wird. Zudem suggeriert der Schrägstrich ein binäres System, in dem es nur zwei Geschlechter gibt. Nonbinäre Menschen können sich dadurch ausgeschlossen fühlen.

Übersicht Vor- und Nachteile des Genderns mit Schrägstrich
Vorteile Nachteile
Von den Rechtschreibregeln abgedeckt Keine Sichtbarmachung von mehr als zwei Geschlechtern
Weitverbreitet und leicht zu verstehen Feminine Wortendung könnte als ‚Anhängsel‘ verstanden werden, vor allem wenn der Bindestrich verwendet wird
Platzsparend gegenüber der vollständigen Doppelnennung Nicht barrierefrei für Menschen, die auf Screenreader angewiesen sind
Wird teilweise als veraltet angesehen

Verbreitung und Verwendung des Genderns mit Schrägstrich

Das Gendern mit Schrägstrich ist weit verbreitet, wird aber zunehmend durch die Verwendung des Gendersterns und anderer Formen des Genderns ersetzt, da der Schrägstrich von vielen Menschen als nicht mehr zeitgemäß angesehen wird.

An vielen Universitäten, darunter die Universität Düsseldorf, wird das Gendern mit dem Schrägstrich als mögliche Form des Genderns verwendet.

Die Verwendung des Schrägstrichs zum Gendern entspricht den Rechtschreibregeln. Daher ist der Schrägstrich die sicherste Wahl beim Gendern neben dem neutralen Formulieren und der vollständigen Doppelnennung. Er kann immer angewandt werden, wenn keine andere Form des Genderns vorgegeben wird.

Im amtlichen Kontext sieht man das Gendern mit Schrägstrich selten. Stattdessen werden von der Bundesregierung und den Landesbehörden neutrale Formulierungen sowie die vollständige Paarform vorgezogen.

Gendern mit Schrägstrich durch neutrale Formulierungen umgehen

Das Gendern mit Schrägstrich ist zwar eine weitverbreitete Form der geschlechtergerechten Sprache und wird von einigen Hochschulen eingesetzt, dennoch ergeben sich manchmal schwer lesbare oder grammatikalisch falsche Wortformen.

In vielen Fällen ist dies vermeidbar, indem stattdessen eine geschlechterneutrale Formulierung gewählt wird.

Es ist kein Problem, in einem Text mit Schrägstrich und neutralen Formulierungen zu gendern. Allerdings solltest du vermeiden, andere Formen des Genderns (z. B. mit Unterstrich oder Gendersternchen) mit dem Schrägstrich zu kombinieren.

Beispiele für neutrale Formulierungen

Grammatikalisch falsche oder schwer lesbare Wortkonstruktionen mit dem Genderschrägstrich lassen sich oft auch anders ausdrücken.

  • Student/-in → Studierende
  • Dozent/-in → Dozierende
  • Leser/-innen → Lesende
  • Autor/-in → Verfassende
  • Kunden- und Kundinnenstamm → Stammkundschaft
Tipp
Oft lassen sich neutrale Formulierungen leichter im Plural bilden.

Wenn du in deinem Text auf geschlechtergerechte Sprache achten möchtest und dir nicht sicher bist, welche Art des Genderns für dich die richtige ist, kannst du immer auf neutrale Formulierungen zurückgreifen.

Häufig gestellte Fragen

Wie gendere ich mit Schrägstrich?

Der Genderschrägstrich wird zwischen den zwei geschlechterspezifischen Wortendungen platziert.

Gemäß Duden mit Bindestrich

  • der/die Autor/-in
  • ein/-e Student/-in
  • der/die Koch/Köchin

Auch die Variante ohne Bindestrich ist weit verbreitet, jedoch gemäß den Rechtschreibregeln nicht offiziell korrekt.

Andere Varianten

  • Autor/in
  • Autor/innen
  • Autor/-innen

Achte in jedem Fall auf die Richtlinien deiner Hochschule, da nicht immer alle Formen erlaubt sind.

Ist Gendern mit dem Schrägstrich verpflichtend?

Ob das Gendern mit Schrägstrich verpflichtend ist, hängt von den Richtlinien deiner Hochschule ab.

Wenn du dich streng an die Rechtschreibregeln halten musst, ist das Gendern mit Schrägstrich eine gute Option. In dem Fall muss auch der Auslassungsstrich gesetzt werden. Alternativ ist es möglich, auf neutrale Formulierungen auszuweichen und die vollständige Doppelnennung (‚Lehrer und Lehrerinnen‘) zu verwenden.

Wenn du dich beim Gendern nicht an die gewöhnlichen Rechtschreibregeln halten musst, kannst du dich auch für inklusivere Formen des Genderns wie das Gendersternchen oder den Doppelpunkt entscheiden.

Wie gendere ich Artikel und Pronomen mit Schrägstrich?

Artikel und Pronomen werden nach dem gleichen Prinzip wie Nomen gegendert: Der Schrägstrich wird an der Stelle platziert, an der sich die Wörter je nach Geschlecht unterscheiden. Wenn die Wortstämme unterschiedlich sind, werden beide Wörter geschrieben und durch einen Schrägstrich getrennt.

Gemäß Duden mit Bindestrich

  • ein/-e
  • der/die
  • er/sie

Andere Varianten

  • ein/e
Sollte ich mit dem Schrägstrich gendern?

Ob du mit dem Schrägstrich gendern solltest, hängt davon ab, was in den Richtlinien deiner Hochschule vorgegeben ist und ob du dich streng an die Rechtschreibregeln halten musst.

Wenn es keine klaren Vorgaben zum Gendern gibt, ist der Schrägstrich eine sichere Wahl, da sich dadurch grammatikalisch korrekt und gemäß den Rechtschreibregeln gendern lässt.

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Hannah Sill

Hallo, ich bin Hannah und habe Wirtschaftswissenschaften mit dem Schwerpunkt VWL studiert. Jetzt möchte ich Studierenden dabei helfen, ihr Studium erfolgreich abzuschließen und schreibe Artikel rund um das Thema Studium und Uni. Wenn du Fragen hast, hinterlasse gerne einen Kommentar!