In 4 Schritten die passende Methode für deine Bachelorarbeit finden

Die Methodik ist ein essentieller Teil deiner Bachelorarbeit, denn hier legst du fest, wie deine Forschung durchgeführt werden soll.

Durch die Methode gewinnst du neue Erkenntnisse und beantwortest deine Forschungsfrage.

Wir zeigen dir einen Überblick der verschiedenen Methoden, die du in der Bachelorarbeit verwenden kannst und wie du in 4 Schritten herausfinden kannst, welche am besten zu deiner Forschungsfrage passt.

Schritt 1: Verschaffe dir einen Überblick der verschiedenen Methoden

Solltest du noch ganz am Anfang stehen, hast du die Auswahl zwischen diesen Methoden für deine Bachelorarbeit:

Für welche Methode du dich entscheidest, kommt auch auf die Art deiner Forschung und deine Forschungsfrage an. Denn jede Methode hat ihre Vor- und Nachteile.

Übersicht der Vor- und Nachteile deiner Methodik
MethodeVorteileNachteile
Umfrage Theoretische Themen können praxisnah behandelt werden. Du bist auf die Kooperation anderer Menschen angewiesen

Erfordert viel Recherche und Vorarbeit.

Beispiel: Wie präsent ist Stress im BWL-Studium und wie wirkt sich dieser auf die Motivation von Studierenden aus?
Experteninterview Du kannst Themen untersuchen, zu denen es ist noch nicht viel Literatur gibt. Du musst genügend Zeit für die Transkription der Interviews einplanen.

Du bist auf die Kooperation anderer Menschen angewiesen.

Beispiel: Wie hat sich durch soziale Medien der Alltag eines Redakteurs in einem Radiosender verändert?
Beobachtung Du kannst eine komplett eigene Fragestellung entwickeln, ohne dich nur auf die empirische Forschung anderer stützen zu müssen. Es ist manchmal gar nicht so leicht, Feldzugang zu erhalten.

Du erfasst keine Meinungen oder Einstellungen.

Beispiel: Wie verhalten sich Jugendliche im Klassenzimmer ihrem Lehrer gegenüber?
Sekundärforschung Minimaler Aufwand, denn du erhebst keine eigenen Daten. Alle Daten stehen dir bereits zur Verfügung. Es ist schwierig aktuelle Daten zu erhalten.

Du kannst keine eigene Operationalisierung durchführen.

Beispiel: Wie hat sich die Forschung zum Thema Klimawandel über die letzten Jahre entwickelt und verändert?
Inhaltsanalyse Du kannst auch Ereignisse, die in der Vergangenheit liegen analysieren. Eignet sich nur für bestimmte Fragestellungen.
Beispiel: Wie berichten deutsche Tageszeitungen über die Finanzkrise?
Gruppendiskussion Eignet sich gut als dynamischer Einstieg in neue Themen. Die Ergebnisse können nicht generalisiert werden.
Beispiel: Wie nutzen Studierende der Kommunikation Blogs im Internet?
Experiment Du kannst unbewusste Aspekte erfassen. Du stellst eine künstliche Situation her.
Beispiel: Welchen Effekt hat Kaffee auf das Aufmerksamkeitsvermögen von Studierenden?

Schritt 2: Entscheide dich zwischen quantitativen und qualitativen Vorgehen

Ein wichtiger Schritt bei der Auswahl der Methode deiner Bachelorarbeit, ist die Entscheidung, ob du qualitativ oder quantitativ vorgehen willst.

Qualitativ: Bei qualitativen Methoden findest du heraus warum und wie bestimmte Dinge passieren. Du konzentrierst dich auf den Inhalt deiner Ergebnisse und wertest diesen interpretativ aus. Du kannst beispielsweise die Antworten bei Experteninterviews gut qualitativ untersuchen.

Quantitativ: Qualitative Forschung beschäftigt sich mit Zahlen und Fakten. Hier wirst du viel mit numerischen Daten zu tun haben. Du kannst beispielsweise die ausgefüllten Fragebögen einer Umfrage quantitativ auswerten.

Beispiel: Wie präsent ist Stress im BWL-Studium und wie wirkt sich dieser auf die Motivation von Studierenden aus?

Qualitativ: Du führst Interview mit Studierenden durch und wertest den Inhalt ihrer Antworten anhand von Kategorien qualitativ aus.

Quantitativ: Du führst eine Umfrage unter Studierenden durch mit Multiple-Choice-Fragen durch und wertest die Antworten statistisch aus.

Schritt 3: Wirst du induktiv oder deduktiv argumentieren?

Du musst ebenfalls festlegen, wie du deine Forschung mit einer Theorie verbindest. Hier hast du die Auswahl zwischen einer induktiven und einer deduktiven Vorgehensweise.

Induktiv: Wenn du induktiv argumentierst stellst du anhand deiner Forschungsergebnisse eine Theorie auf.

Deduktiv: Bei der deduktiven Forschung beginnst du mit einer bestehenden Theorie und überprüfst diese anhand deiner Forschung.

Beispiel: Wie hat sich durch soziale Medien der Alltag eines Redakteurs in einem Radiosender verändert?

Induktiv: Du führst eine Umfrage mit Redakteuren durch und schließt von diesen Antworten auf die allgemeine Situation im Alltag von Radio Redakteuren.

Deduktiv: Du suchst dir eine Theorie zu der Nutzung von sozialen Medien im Arbeitsalltag raus und befragst Redakteure im Rahmen von Experteninterviews konkret nach Bereichen aus dieser Theorie.

Schritt 4: Stelle sicher, dass Validität und Reliabilität deiner Forschung gewährleistet sind

Hast du dich für eine Forschungsmethode entschieden, musst du bei der Planung sicherstellen, dass Validität und Reliabilität gegeben sind.

Validität: Bei der Validität geht es um die Gültigkeit deiner Forschung. Hier wird auch nochmal zwischen interner Validität und externer Validität unterschieden.

Reliabilität: Die Reliabilität sagt aus, ob sich deine Forschung reproduzieren lässt.

Beispiel: Auf welchem Niveau befinden sich die Rechtschreib- und Grammatikkenntnisse von Zweitklässlern in Deutschland?

Validität: Ein Fragebogen wird an 5 Schulen aus jedem Bundesland verteilt, um repräsentativ auf Deutschland schließen zu können.

Reliabilität: Die Fragebogen sind standardisiert und jedes Kind erhält genau die gleichen Fragen.

Schreiben des Methodikteils

Hast du dich für eine Methode entschieden, musst du diese nun in deiner Bachelorarbeit beschreiben und begründen. Das machst du im Methodikteil.

Dort beschreibst du was du konkret unternommen hast, um deine Forschungsfrage zu beantworten. Das tust du indem du im Methodikteil auf die folgenden Fragen eingehst:

  • Welche Art von Methode hast du durchgeführt?
  • Wie bist du bei der Untersuchung vorgegangen?
  • Wie hast du deine Daten erhoben?
  • Welche Eigenschaften weisen deine Daten auf?
  • Wie hast du deine Daten ausgewertet?

Wenn du dir zu allen vier Schritten in diesem Artikel Gedanken gemacht hast, bist du bereit deinen Methodikteil zu schreiben.

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