Empirische Forschung für die Abschlussarbeit durchführen

Bei der empirischen Forschung verwendest du wissenschaftliche Methoden statt Theorien, um neue Erkenntnisse zu gewinnen.

Die empirische Forschung ist das praxisorientierte Gegenstück zur Literaturarbeit, denn Aussagen über die Realität werden durch Methoden wie Umfragen, Beobachtungen oder Experteninterviews belegt.

Empirisch Definition

Das Wort „Empirie“ beschreibt Erkenntnisse, die aus wissenschaftlicher Erfahrung gewonnen wurden.

Mit empirischen Forschungsmethoden sammelst du eigene Ergebnisse, z. B. durch das Durchführen einer Gruppendiskussion, einer qualitativen Inhaltsanalyse oder einer Umfrage. Darauf baust du deine Bachelorarbeit bzw. Masterarbeit auf.

Das bedeutet, dass du selbst eine wissenschaftliche Methode anwendest, um neue Erkenntnisse zu gewinnen und damit deine Abschlussarbeit nicht nur auf bestehender Literatur basiert.

Methoden der empirischen Forschung verwenden

Es gibt eine Vielzahl verschiedener Methoden, die du bei einer empirischen Forschung verwenden kannst. Für welche du dich entscheidest, wird durch deine Forschungsfrage als solche bestimmt, aber auch, wie du diese am besten beantworten kannst.

Zu den empirischen Methoden gehören:

Sieht deine Forschungsfrage zum Beispiel folgendermaßen aus, kannst du dich entscheiden, ob du lieber selbst eine empirische Untersuchung durchführst oder eine Literaturarbeit schreibst:

Beispiel Forschungsfrage: „Wie präsent ist Stress im BWL-Studium und wie wirkt sich dieser auf die Motivation von Studierenden aus?

Empirische Methode
Du führst eine Umfrage bei Studierenden der BWL im dritten Semester durch. Dafür erstellst du vorher einen Fragebogen, der verschiedene Stressfaktoren sowie Motivationsindikatoren abfragt. Diesen wertest du nach der Umfrage selbst aus.

Literaturarbeit
Du suchst dir Studien heraus, die dieses Thema bereits behandelt haben und erstellst eine Zusammenfassung der bereits gefundenen Ergebnisse.

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Vor- und Nachteile der empirischen Untersuchung

Bevor du dich dafür entscheidest, eine empirische Forschung durchzuführen, sollten dir die Vor- und Nachteile bewusst sein.

Vorteile einer empirischen Untersuchung:

  • Du gewinnst neue Erkenntnisse.
  • Deine Forschung hat einen konkreten Praxisbezug.
  • Du bist nicht auf bestehende Literatur angewiesen, sondern kannst mit deinen eigenen, aktuellen Ergebnissen arbeiten.

Nachteile einer empirischen Untersuchung:

  • Du bist oft auf die Kooperation von Teilnehmenden angewiesen.
  • Du hast einen sehr hohen Arbeits- und Planungsaufwand.
  • Oft wird bei empirischen Untersuchungen ein künstliches Umfeld erstellt, sodass die Ergebnisse sich nur eingeschränkt auf die Realität anwenden lassen.

Schritt für Schritt zur empirischen Forschung

Möchtest du eine empirische Forschung für deine Abschlussarbeit durchführen, kannst du dich an die folgenden Schritte halten:

1. Forschungsfrage definieren

Um empirisch vorzugehen, ist es wichtig, dass deine Forschungsfrage eindeutig formuliert wird und du genau weißt, welche Aspekte du gern untersuchen möchtest. Dafür grenzt du die Frage so weit wie möglich ein und überlegst, wie du sie am besten beantworten kannst.

Beispiel: Forschungsfrage definieren

Wie hat sich durch soziale Medien der Alltag eines Redakteurs in einem Radiosender verändert?

2. Theoretischen Rahmen festlegen

Führe eine Literaturrecherche durch, um Studien zu ähnlichen Themen sowie Theorien zu finden, die dein Forschungsinteresse unterstützen.

Beispiel: Theoretischen Rahmen festlegen

Du findest einen Artikel, der eine Umfrage zu einem ähnlichen Thema bespricht, die aber bei Redakteuren einer Tageszeitung durchgeführt hat. Kannst du hier vielleicht relevante Theorien und Vorgehensweisen übernehmen?

3. Methodik wählen

Nun musst du entscheiden, welche der 6 verschiedenen empirischen Methoden am besten passt.

Beispiel: Methodik wählen

Du entscheidest dich für ein Experteninterview, denn du möchtest deine Ergebnisse qualitativ auswerten. Dafür übernimmst du Ideen aus den zuvor gefundenen Studien, um einen Interviewleitfaden zu erstellen.

4. Datenerhebung

Hier führst du die empirische Forschung durch und sammelst die Daten, mit denen du arbeiten möchtest. Achte besonders darauf, dass deine Forschung valide und reliabel ist.

Beispiel: Datenerhebung

Du vereinbarst Termine mit Radio-Redakteuren und befragst sie mithilfe deines Interviewleitfadens. Die Gespräche zeichnest du auf.

5. Datenanalyse

Jetzt geht es an die letzte Phase: Du wertest die von dir erhobenen Daten aus und analysierst sie. Welche Schlüsse kannst du ziehen?

Beispiel: Datenanalyse

Du transkribierst deine Experteninterviews und wertest sie anhand der Grounded Theory Methode aus. So erstellst du selbst ein theoretisches Modell, das das Forschungsthema erfasst. Du kommst zu dem Schluss, dass soziale Medien einen erheblichen Einfluss auf den Alltag eines Radio-Redakteurs haben.

Erkenntnisgewinn

Du hast eine eigene empirische Forschung durchgeführt und die gesammelten Daten ausgewertet. Dabei hast du neue Erkenntnisse gewonnen und somit einen wertvollen Beitrag zur Forschung geleistet.

Deine Forschung kann künftig als Ausgangspunkt für die Arbeit anderer Wissenschaftler dienen.

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Franziska Pfeiffer

Franzi hat ihren Bachelor in Publizistik und Kommunikation in Berlin abgeschlossen und steht nun kurz vor den Masterabschluss. Sie kennt sich besonders gut mit den verschiedenen Forschungsmethoden aus und schreibt leidenschaftlich gerne Artikel, die anderen Studierenden zum Abschluss verhelfen.

1 Kommentar

Franziska Pfeiffer
Franziska Pfeiffer (Scribbr-Team)
15. Oktober 2018 um 13:22

Danke fürs Lesen! Ich hoffe dieser Artikel hat dir weitergeholfen. Hast du noch eine Frage? Hinterlasse einen Kommentar und ich werde mich so schnell wie möglich bei dir zurückmelden.

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