Beobachtung für die Bachelorarbeit durchführen – So geht’s

Bei einer Beobachtung analysierst du menschliches Handeln in bestimmten Situationen sowie Objekte, Phänomene oder Vorgänge.

Insbesondere bei sozialwissenschaftlichen Studiengängen, aber auch für die anderen wissenschaftlichen Bereiche, ist die Beobachtung eine nützliche Methode, die du in deiner Bachelorarbeit verwenden kannst.

Die Ziele einer Beobachtung sind die möglichst ganzheitliche Erfassung eines Untersuchungsgegenstandes und das Verstehen von Zusammenhängen.

Wir zeigen dir, wann du eine Beobachtung verwenden kannst, Vorteile und Herausforderungen der Methode sowie 3 einfache Schritte zur Vorbereitung deiner eigenen Beobachtung für die Bachelorarbeit.

Wann führt man eine Beobachtung durch?

Beobachtungen können in den verschiedensten Disziplinen durchgeführt werden, z. B. Naturwissenschaften, Technik oder Sozialwissenschaften.

Eine Beobachtung beschäftigt sich eher mit qualitativen Erkenntnissen, als mit quantitativer Datenerhebung. Sie eignet sich also nicht für jedes Forschungsvorhaben.

Wenn eine der folgenden Aussagen jedoch auf dein Thema zutrifft, kannst du eine Beobachtung durchführen:

  • Deine Forschungsfrage ist eine „Wie”- oder „Was”-Frage.

    Beispiel: Wie verhalten sich Jugendliche im Klassenzimmer ihrem Lehrer gegenüber?

  • Es ist bislang erst wenig über dein Forschungsthema bekannt.

    Beispiel: Du untersuchst wie sich Menschen beim Einkaufen im Supermarkt verhalten. Konzentrieren sie sich auf die Sachen, die sie brauchen, oder verbringen sie mehr Zeit bei der Auswahl der Produkte? Betreiben sie soziale Interaktion im Supermarkt oder nicht? Gehen mehr Männer oder mehr Frauen einkaufen?

  • Ein Phänomen oder eine Person muss in ihrem natürlichen Umfeld beobachtet werden.

    Beispiel: Du willst das Verhalten von Leuten in ihrem Arbeitsumfeld oder das Verhalten von Kindern im Klassenzimmer untersuchen.

  • Es ist wahrscheinlich, dass die Teilnehmer ihr Verhalten selbst anders darstellen würden, als es in Wirklichkeit ist.

    Beispiel: Du fragst Menschen, wie viel Zeit sie pro Tag in sozialen Netzwerken verbringen. Vielleicht wissen es manche nicht genau oder wollen sich selbst in einem besseren Licht darstellen und sagen, dass sie weniger Zeit dort verbringen, als sie es eigentlich tun.

Vorteile einer Beobachtung

Die Beobachtung bietet dir einige Vorteile gegenüber anderen Methoden für die Bachelorarbeit:

  • Du bekommst die Chance, bislang unerforschte Themen zu entdecken.
  • Du kannst eine komplett eigene Fragestellung entwickeln, ohne dich nur auf die empirische Forschung anderer stützen zu müssen.
  • Eine Beobachtung ermöglicht sowohl die Analyse außergewöhnlicher Ergebnisse als auch alltäglicher Routinen.

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Herausforderungen einer Beobachtung

Es gibt jedoch auch einige Herausforderungen, die du bei einer Beobachtung im Kopf behalten solltest:

  • Es kann zu Problemen mit der Repräsentativität kommen – kann man die Erkenntnisse auf eine breitere Masse anwenden?
  • Als Beobachter ist es oft schwierig, eine objektive Wahrnehmung beizubehalten.
  • Die Beobachtung muss ethische Standards einhalten.
  • Es ist manchmal gar nicht so leicht, Feldzugang zu erhalten.
  • Die Validität und Reliabilität der Messung müssen gewährleistet sein.

3 Schritte für die Vorbereitung einer Beobachtung

1. Dein Thema muss stehen

Als Erstes ist es wichtig, dass Forschungsfrage, Hypothesen und Theorie deiner Bachelorarbeit feststehen. Auf dieser Grundlage entscheidest du dich für die Form der Beobachtung, die du durchführen möchtest.

Diese Formen der Beobachtung stehen dir zur Verfügung:

Überblick der verschiedenen Beobachtungsformen »

2. Festlegung der Beobachtungsgegenstände

Bei diesem Schritt geht es darum, festzulegen, was du wie beobachten wirst. Dafür musst du dir Gedanken zu den folgenden Punkten machen:

  • Das Beobachtungsfeld: Bestimme eine räumliche und zeitliche Definition der Beobachtung, z. B. beobachtest du von 20–22 Uhr Einkäufer vor dem Supermarkt an einem Samstagabend.
  • Das Beobachtungsobjekt: Du beobachtest Einzelpersonen (z. B. Journalisten), Gruppen (z. B. eine Redaktion) oder Objekte (z. B. Passanten eines Kiosks).
  • Der Beobachtungsfall: Du legst ein Merkmal menschlichen Verhaltens fest, das untersucht wird, z. B. untersuchst du wie lange Kunden brauchen, um sich für ein Produkt zu entscheiden. Das Merkmal ist also die Entscheidungsdauer.

3. Entwicklung eines Beobachtungsplans

Steht nun fest, was und wie du beobachtest, kannst du einen Beobachtungsplan erstellen. Diesen kannst du zu deiner Beobachtung mitnehmen und deine Ergebnisse vermerken.

Hier kannst du die wichtigsten Kenndaten festhalten:

  • Datum und Ort der Beobachtung
  • Ggf. bereits die Teilnehmer
  • Deine Forschungsfrage
  • Die Aspekte, die du untersuchen wirst und wie du vorgehen wirst
  • Kategorien, in denen du deine Ergebnisse festhalten wirst
  • (Bei einer systematischen Beobachtung): Vorgaben für den Beobachter

Bei einer Beobachtung ist es wichtig, immer deine Forschungsfrage im Hinterkopf zu behalten und wie du diese am besten beantworten kannst. Sie eignet sich also nicht für jedes Forschungsdesign.

Eine Beobachtung kann neue Erkenntnisse hervorbringen, erfordert aber auch eine Menge Arbeit. Erwäge also gut die Vorteile und Herausforderungen dieser Methode, bevor du deine eigene Beobachtung durchführst.

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Franziska Pfeiffer

Franzi arbeitet im Bereich Content Marketing und für den deutschen Support von Scribbr. Sie macht gerade ihren Master in Amsterdam und schreibt leidenschaftlich gerne Artikel, um anderen Studierenden beim Bestehen ihrer Abschlussarbeiten zu helfen.

1 Kommentar

Franziska Pfeiffer
Franziska Pfeiffer (Scribbr-Team)
12. Juli 2018 um 10:59

Danke fürs Lesen! Ich hoffe dieser Artikel hat dir weitergeholfen. Hast du noch eine Frage? Hinterlasse einen Kommentar und ich werde mich so schnell wie möglich bei dir zurückmelden.

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