Das ist Plagiat

Wenn du in deiner wissenschaftlichen Arbeit Ideen, Texte oder Abbildungen aus einer anderen Quelle übernimmst, ohne das durch eine Quellenangabe kenntlich zu machen, begehst du ein Plagiat.

Dies gilt für wortwörtliche und sinngemäße Übernahmen.

Plagiat Definition
Plagiat ist der Diebstahl geistigen Eigentums.

Plagiate entstehen, wenn die folgenden fremden Elemente als eigene Leistungen ausgegeben werden:

  • Ideen (z. B. wissenschaftliche Erkenntnisse oder Melodien)
  • Texte (z. B. wissenschaftliche Veröffentlichungen oder Romane)
  • Darstellungen in anderer Form (z. B. Tonaufnahmen oder Abbildungen)

In der Wissenschaft können Plagiate dramatische Konsequenzen für Studierende haben.

Das Plagiat in 4 Beispielen erklärt

Am häufigsten entsteht ein Plagiat, indem eine Quelle kopiert oder umgeschrieben wird, ohne sie anzugeben.

  1. Zitat als Plagiat
  2. Zitat ohne Plagiat
  3. Paraphrase als Plagiat
  4. Paraphrase ohne Plagiat

Anhand des blau markierten Textes erklären wir dir den Unterschied zwischen korrekt zitierten Textstellen und Plagiat.

Taubner, S. (2017). »We are the walking dead« – neue Formen des Altruismus in einer Zombiewelt. In T. Storck (Hrsg.), Von Game of Thrones bis The Walking Dead. Interpretation von Kultur in Serie. Springer.

1. Beispiel – Zitat als Plagiat

Eine häufige Art von Plagiat ist die wortwörtliche Übernahme fremder Textteile, ohne die Quelle anzugeben.

Zitat als Plagiat

Die Serie The Walking Dead unterscheidet sich von anderen Zombiefilmen, denn während besonders die Splatterfilme eher von einem ausgewählten Randpublikum gesehen werden, erreicht und begeistert TWD das breite Massenpublikum der klassischen Mittelschicht in einer zuvor nicht dagewesenen Weise.

Woran dies liegt, wird im Folgenden untersucht.

2. Beispiel – Zitat ohne Plagiat

Sich auf andere wissenschaftliche Arbeiten zu beziehen gehört zur guten wissenschaftlichen Praxis.

Solange die Zitierregeln eingehalten werden, ist die wortwörtliche Übernahme fremder Textteile daher kein Plagiat.

Zitat ohne Plagiat

Taubner stellt in ihrer Arbeit fest: Während besonders die Splatterfilme eher von einem ausgewählten Randpublikum gesehen werden, erreicht und begeistert TWD das breite Massenpublikum der klassischen Mittelschicht in einer zuvor nicht dagewesenen Weise “ (Taubner, 2017, S. 40).

Woran dies liegt, wird im Folgenden untersucht.

3. Beispiel – Paraphrase als Plagiat

Wenn du paraphrasierst, also einen fremden Text in eigenen Worten wiedergibst, ohne die Originalquelle anzugeben, begehst du ein Plagiat.

Paraphrase als Plagiat

Es kann festgehalten werden, dass splatterlastige Horrorfilme tendenziell von bestimmten Nischengruppen konsumiert werden. Die Serie The Walking Dead unterscheidet sich von den anderen Filmen und Serien des Genres, weil sie erstmals den Mainstream und somit die Mittelschicht erreicht.

Woran dies liegt, wird im Folgenden untersucht.

4. Beispiel – Paraphrase ohne Plagiat

Wenn du einen fremden Text in eigenen Worten wiedergibt, aber die fremde Quelle korrekt angibst, ist das kein Plagiat sondern eine Paraphrase.

Paraphrase ohne Plagiat

So stellt Taubner (2017) fest, dass splatterlastige Horrorfilme tendenziell von bestimmten Nischengruppen konsumiert werden. Die Serie The Walking Dead unterscheidet sich von den anderen Filmen und Serien des Genres, weil sie erstmals den Mainstream und somit die Mittelschicht erreicht.

Woran dies liegt, wird im Folgenden untersucht.

So entsteht ein wissenschaftliches Plagiat

Plagiate entstehen in der Wissenschaft, wenn die Quelle …

  • … nicht bei der zitierten bzw. paraphrasierten Textpassage im Text angegeben wird.
  • … nicht bei paraphrasierten bzw. zusammengefassten Ideen, Aussagen oder Theorien im Text angegeben wird.
  • … nicht ins Literaturverzeichnis aufgenommen wird.
  • … mangelhaft oder falsch angegeben wird und die Lesenden dadurch in die Irre geführt werden.
  • … gar nicht angegeben wird.
So definieren Universitäten Plagiat
‚Ein Plagiat ist die widerrechtliche Übernahme und Verbreitung von fremden Texten jeglicher Art und Form ohne Kenntlichmachung der Quelle. Dies gilt für alle Medien, d.h. Bücher, wissenschaftliche und andere Zeitschriften, Zeitungen und alle anderen Druckerzeugnisse sowie das Internet.‘ (Leibniz Universität Hannover)

‚Unter Quellen fallen nicht nur gedruckte Texte, sondern auch Inhalte aus dem Internet und sonstigen elektronischen Medien.‘
(Zeppelin Universität)

Nicht zitierpflichtige Informationen

Grundlagenwissen muss nicht mit einer Quelle belegt werden, solange dessen Darstellung nicht aus einer anderen Quelle entnommen wurde. Grundlagenwissen ist Wissen, dessen Kenntnis in einem Fach angenommen wird.

Beispiel
Schreibst du deine Bachelorarbeit im Fach Physik, musst du nicht belegen, dass die Relativitätstheorie von Albert Einstein entwickelt wurde.

Es ist nicht immer einfach, zu entscheiden, ab wann eine Information als Grundlagenwissen gilt. Frag deshalb im Zweifelsfall die Person, die dich betreut, ob eine Quellenangabe nötig ist oder nicht.

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So viel Prozent Plagiat ist erlaubt

In einer wissenschaftlichen Arbeit ist 0 % Plagiat erlaubt, denn ein Plagiat ist geistiger Diebstahl und somit verboten.

Deshalb kann schon die ungekennzeichnete Übernahme eines fremden Satzes Konsequenzen nach sich ziehen.

Der Ähnlichkeitsscore ist nicht der Plagiatsprozentsatz
Wenn du deine Arbeit mit einer Plagiatsprüfung kontrollierst, erhältst du einen Ähnlichkeitsscore. Der Ähnlichkeitsscore zeigt dir in Prozent an, wie groß der Anteil in deiner Arbeit ist, der Übereinstimmungen mit anderen Arbeiten aufweist.

Er trifft keine Aussage darüber, ob und wie viel Plagiat eine Arbeit tatsächlich enthält. Bei den markierten Stellen kann es sich auch lediglich um korrekte Zitate und Paraphrasen sowie häufig vorkommende Ausdrucksweisen handeln.

Eine Arbeit mit einem Ähnlichkeitsscore von 7 % enthält vielleicht 0 % Plagiat. Das Resultat der Plagiatsprüfung muss daher Punkt für Punkt nachvollzogen werden um auszuschließen, dass die Arbeit Plagiate enthält.

Diese Konsequenzen hat ein Plagiat

Findet deine Universität in deiner Arbeit ein Plagiat, musst du je nach Schwere des Falles mit den folgenden Konsequenzen rechnen:

  1. Die Arbeit wird als nicht ‚nicht bestanden‘ (5,0) bewertet:‚Versucht eine Studentin oder ein Student, das Ergebnis einer Prüfungsleistung durch Täuschung, insbesondere durch Plagiat […] zu beeinflussen, wird die betreffende Prüfungsleistung mit „nicht ausreichend“ (5,0) bewertet.‘ (Freie Universität Berlin)
  2. Du wirst exmatrikuliert. (Universität Bonn)
  3. Du musst eine Geldstrafe zahlen. Die Hochschulen in NRW orientieren sich z. B. an folgenden Richtlinien:
    • Promotion – 1500 €
    • Bachelor-/Masterarbeit ​​– 1000 €
    • Haus-/Seminararbeit – 500 € (Universität Münster)
  4. Hast du dein Studium bereits abgeschlossen, kann dir dein Titel entzogen werden. (Universität Heidelberg)

Plagiate finden in deiner Arbeit

Wenn Universitäten Plagiate finden wollen, gehen sie auf zwei Arten vor.

Plagiatsprüfung

  1. Zunächst wird eine Plagiatsprüfung verwendet, die das Dokument auf Ähnlichkeiten überprüft und diese markiert.
  2. Anschließend überprüft die betreuende Person die Ähnlichkeiten und stellt fest, ob es sich tatsächlich um Plagiate handelt.

Manuelle Suche

  1. Die betreuende Person achtet beim Lesen auf auffällige Stellen wie z. B. Änderungen im Sprachstil oder uneinheitliche Zitierstile, etc.
  2. Anschließend sucht sie mit Google oder anderen Suchmaschinen nach Übereinstimmungen zu den auffälligen Stellen.
Tipp
Nutze nach der Fertigstellung deiner Arbeit eine Plagiatsprüfung. So kannst du versehentliche Plagiate entdecken und beheben, bevor du deine Arbeit abgibst.

Vermeide ein Plagiat in 3 Schritten

Um ein unabsichtliches Plagiat zu vermeiden kannst du die folgenden Schritte befolgen.

  1. Vorbereitungsphase
  2. Schreibphase
  3. Abschlussphase

1. Vorbereitungsphase

Notiere dir von Beginn an systematisch alle Quellenangaben mit Seitenzahl in deinen Notizen und Exzerpten:

  • Markiere alle Zitate, die du übernimmst oder in eigenen Worten paraphrasiert und notiere die Quelle mit Seitenzahl.
  • Wenn du dir Argumentationslinien oder Gedankengänge aus anderen Quellen aufschreibst, notiere die Quelle mit Seitenzahl.
  • Trenne deine eigenen Gedanken deutlich sichtbar von allen fremden Zitaten, Paraphrasen, Argumentationslinien und Gedankengängen.

2. Schreibphase

  • Wenn du eine Textstelle zitierst oder einen fremden Gedanken paraphrasiert, füge immer gleich die Quellenangabe im Text hinzu.
  • Pflege die Quelle, die du zitierst oder paraphrasierst, immer sofort ins Literaturverzeichnis ein. Nutze hierzu unsere kostenlosen Literaturgeneratoren.

3. Abschlussphase

  • Überprüfe, ob du alle Zitate und Paraphrasen richtig belegt hast. Hierfür eignet sich eine Plagiatsprüfung.
  • Gehe alle Gedankengänge und Argumentationslinien in deiner Arbeit durch und überlege, ob diejenigen ohne Quellenangabe wirklich von dir stammen.

Arten von Plagiat

Um deine Arbeit von Plagiaten freizuhalten ist es hilfreich, die verschiedenen Arten des Plagiats zu kennen.

Hier findest du eine Übersicht über die 6 Arten von Plagiat:

  1. Strukturplagiat
    Du übernimmst die Gliederung einer anderen wissenschaftlichen Arbeit.
  2. Copy-and-paste-Plagiat und Mosaikplagiat
    Du kopierst ganze Absätze einer fremden Arbeit in deinen Text oder platzierst sie mosaikartig ohne Quellenangabe.
  3. Selbstplagiat
    Du reichst eine deiner alten wissenschaftlichen Arbeiten oder größere Abschnitte der Arbeit noch einmal ein. Es ist zum Beispiel nicht erlaubt, Teile einer älteren Hausarbeit in deine Bachelorarbeit einfließen zu lassen, ohne dies zu kennzeichnen.
  4. Übersetzungsplagiat
    Du übersetzt fremdsprachige Texte und gibst diese ohne Quellenangabe als deine aus.
  5. Ideenplagiat
    Du kopierst inhaltliche Ideen wie Gedankengänge oder Argumentationslinien aus einer Quelle, ohne auf die verfassende Person zu verweisen.
  6. Vollplagiat
    Du gibst eine fremde wissenschaftliche Arbeit vollständig als deine eigene Arbeit aus.

Darum sind Plagiate ein Problem

Plagiate schaden nicht nur denjenigen, die sie begehen, sondern auch der Wissenschaft. Hier findest du 4 Gründe, warum Plagiate ein Problem sind.

Plagiate sind ein …
Problem für die Wissenschaft rechtliches Problem
Nachvollziehbarkeit Betrug in Prüfungssituation
Wissenschaftliche Erkenntnis baut schrittweise aufeinander auf.

D. h. die Erkenntnisse von Forscherin A helfen Forscher C, eine neue Theorie zu entwickeln, die dann wiederum usw. von Forscherin C usw.

Plagiate verhindern diesen Prozess, da verschleiert wird, an welchen Stellen auf vorheriges Wissen aufgebaut wird.

Eine Seminararbeit oder Abschlussarbeit ist eine Prüfungssituation und muss eigenständig erbracht werden.

Studierende, die bewusst plagiieren, verhalten sich ihren Mitstudierenden gegenüber unfair, da sie ihren Abschluss durch kopierte Leistungen erwerben.

Vertrauen Urheberrecht
Die heutige Wissenschaft ist derart spezialisiert, dass Aussagen nur noch von wenigen spezialisierten Forschenden überprüft werden können.

Jede Quelle zu überprüfen ist schlicht nicht mehr möglich und inkorrekte Quellenangaben beschädigen das Vertrauen innerhalb der wissenschaftlichen Gemeinschaft.

Ein Plagiat verletzt die geistigen Eigentumsrechte, insbesondere das Urheberrecht.

Häufig gestellte Fragen

Was ist ein Plagiat?

Ein Plagiat ist der Diebstahl geistigen Eigentums.

Ein Plagiat entsteht, wenn du in deiner wissenschaftlichen Arbeit Ideen, Texte oder Abbildungen aus einer anderen Quelle übernimmst, ohne durch eine Quellenangabe sichtbar zu kennzeichnen, dass die Inhalte nicht von dir selbst stammen.

Ab wann zählt etwas als Plagiat?

Ein Plagiat entsteht in der Wissenschaft, wenn die Quelle …

  • … nicht bei der zitierten bzw. paraphrasierten Textpassage im Text angegeben wird.
  • … nicht bei paraphrasierten bzw. zusammengefassten Ideen, Aussagen oder Theorien im Text angegeben wird.
  • … nicht ins Literaturverzeichnis aufgenommen wird.
  • … mangelhaft oder falsch angegeben wird und die Lesenden dadurch in die Irre führt.
  • … gar nicht angegeben wird.
Welche Konsequenzen hat ein Plagiat?

Findet deine Universität in deiner Arbeit ein Plagiat, musst du je nach Schwere des Falles mit den folgenden Konsequenzen rechnen:

  1. Die Arbeit wird als nicht ‚nicht bestanden‘ (5,0) bewertet.
  2. Du wirst exmatrikuliert.
  3. Du musst eine Geldstrafe zahlen.
  4. Hast du dein Studium bereits abgeschlossen, kann dir dein Titel entzogen werden.
Warum ist ein Plagiat ein Problem?

Ein Plagiat ist ein Problem für die Wissenschaft und ein rechtliches Problem

Der Wissenschaft schaden Plagiate, weil sie das Vertrauen in gute wissenschaftliche Praxis zerstören und verschleiern, wo eine Information oder ein Gedanke herkommt. Dadurch wird wissenschaftliche Erkenntnis verhindert.

Ein rechtliches Problem sind Plagiate, da sie das Urheberrecht verletzen. Außerdem stellen sie einen Betrug in einer Prüfungssituation dar.

Wie vermeide ich ein Plagiat?

Du kannst Plagiate vermeiden, indem du richtig zitierst. Es ist wichtig, alle in deiner wissenschaftlichen Arbeit verwendeten Quellen anzugeben.

Erstelle am besten ein handschriftliches oder elektronisches Dokument, in dem du alle verwendeten Quellen sammelst, um keine wichtige Quelle zu vergessen.

Nutze die Scribbr-Plagiatsprüfung, um ganz sicherzugehen, dass du alle Quellen richtig angegeben hast. Mit dem Own Sources Checker kannst du außerdem deine verwendeten Quellen hochladen, um dein Dokument damit noch einmal gezielt auf eventuelle Plagiate zu überprüfen.

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