Gendern mit Unterstrich _

Durch das Gendern mit Unterstrich – auch Gendergap genannt – soll Sprache nicht nur Männer und Frauen abbilden, sondern auch nonbinäre Personen. Der Unterstrich soll alle Geschlechter repräsentieren, die nicht durch die übliche Grammatik sichtbar gemacht werden können.

Der Unterstrich wird zwischen den zwei geschlechterspezifischen Wortendungen platziert.

  • ein_e Lehrer_in

Sind die Wortstämme der männlichen und weiblichen Version eines Worts unterschiedlich, kann mit dem Unterstrich nicht sinnvoll gegendert werden.

  • Arzt oder Ärztin
  • Arzt_in
  • Ärzt_in

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Gendern mit Binnen-I

Das Binnen-I, auch Binnenmajuskel genannt, ist eine beliebte Schreibweise, um das Deutsche geschlechtergerecht zu machen und sowohl Frauen als auch Männer sprachlich abzubilden.

Der erste Buchstabe der längeren – meist weiblichen – Wortendung wird dabei großgeschrieben. Das muss nicht immer ein I sein.

  • einE MiterarbeiterIn
  • die SchülerInnen
  • einE AbgeordneteR

Um mit dem Binnen-I sinnvoll gendern zu können, muss der Wortteil vor dem Großbuchstaben ein vollständiges und sinnvolles Wort sein. Wortendungen von Pluralformen oder gebeugten Wörtern dürfen beim Gendern nicht verloren gehen.

Auch, wenn du das Wort als Ganzes liest, muss es sinnvoll sein.

  • KollegIn → ‚Kolleg‘ ist kein Wort
  • StudentInnen → ‚Studenten‘ fehlt

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Gendern mit Doppelpunkt :

Mit dem Genderdoppelpunkt soll Sprache geschlechtergerecht gemacht werden, da sowohl die maskuline als auch die feminine Form eines Worts gleichzeitig genannt werden können.

Der Genderdoppelpunkt : wird zwischen der maskulinen und der femininen Wortendung platziert.

  • ein:e Proband:in

Wenn die maskuline Wortendung in der femininen Form des Worts nicht enthalten ist, kann mit dem Doppelpunkt nicht sinnvoll gegendert werden.

Tipp
Mache immer die Weglassprobe: Ist das Wort noch vollständig und sinnvoll, wenn du den Wortteil nach dem Doppelpunkt abdeckst?

Mach außerdem die Zusammenziehprobe: Ist das Wort sinnvoll, wenn du den Teil vor und nach dem Doppelpunkt zusammen liest?

  • Expert:in → ‚Expert‘ ist kein Wort
  • Experte:in → ‚Expertein‘ ist kein Wort

Bei unterschiedlichen Wortstämmen kann der Doppelpunkt nicht zum Gendern verwendet werden.

  • der oder die
  • Bauer oder Bäuerin
  • der:die Bäuer:in

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Gendern mit Schrägstrich /

Durch das Gendern mit Schrägstrich soll Sprache geschlechtergerecht werden und sowohl Frauen als auch Männer sichtbar machen.

Das Gendern mit Schrägstrich ist die einzige Form der gendergerechten Sprache abgesehen von der vollständigen Doppelnennung, die von den Rechtschreibregeln abgedeckt sind.

  • der/die Mitarbeiter/-in
  • die Schüler/-innen
  • die Nachbarn/Nachbarinnen
Beachte
Nur Wörter, die sich mit einem Schrägstrich und Bindestrich grammatikalisch korrekt bilden lassen, sind gemäß den Rechtschreibregeln korrekt.

Viele Hochschulen akzeptieren auch Schreibweisen, die über die gewöhnlichen Rechtschreibregeln hinausgehen. Der Bindestrich wird dabei meistens weggelassen. Halte dich an die Richtlinien deiner Hochschule.

Andere Varianten

  • der/die Mitarbeiter/in
  • die Dozent/innen
  • die Nachbar/-innen

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Gendersternchen – Gendern mit *

Mit dem Gendersternchen soll eine geschlechtergerechte Sprache erreicht werden, indem alle Geschlechter Sichtbarkeit erhalten. Das Sternchen symbolisiert dabei alle Geschlechter, die keine grammatikalische Entsprechung haben.

Das Gendersternchen * wird zwischen der maskulinen und der femininen Wortendung platziert. Beispielsweise ist ‚Proband‘ in ‚Probandin‘ enthalten. Der Stern steht vor dem ‚in‘.

  • Proband*in

Wenn die maskuline Wortendung in der femininen Form des Worts nicht enthalten ist, kann das entsprechende Wort nicht richtig mit Sternchen gegendert werden und sollte umformuliert werden.

Das ist einfach zu prüfen mit der Weglassprobe: Ist das Wort noch vollständig und sinnvoll, wenn du den Wortteil nach dem Stern abdeckst? Ist das Wort auch sinnvoll, wenn du den Teil vor und nach dem Stern zusammen liest?

  • Expert*in → ‚Expert‘ ist kein Wort
  • Experte*in → ‚Expertein‘ ist kein Wort

In diesem Fall solltest du umformulieren: z. B. zu ‚Person mit Expertise‘.

Bei unterschiedlichen Wortstämmen kann das Gendersternchen nicht angewendet werden.

  • der oder die
  • Bauer oder Bäuerin
  • Bäuer*in

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