Konsequenzen von Plagiat

Die Konsequenzen eines Plagiats reichen von der Abmahnung durch die Universität bis zur Anzeige im Zuge einer Urheberrechtsverletzung mit strafrechtlichen Konsequenzen.

Beachte: Plagiate verjähren nie! Also selbst wenn deine Abschlussarbeit gut bewertet wird, kann sie später immer noch als Plagiat auffliegen und dieselben rechtlichen Konsequenzen mit sich ziehen.

Die Konsequenzen von Plagiat lassen sich sehr gut anhand eines berühmten Beispiels erklären.

Berühmtes Beispiel für Konsequenzen von Plagiat

Als einer der aktuellsten bekanntesten Plagiatsfälle im deutschsprachigen Raum gilt die Plagiatsaffäre Guttenberg.

Bei der Dissertation des früheren deutschen Verteidigungsministers Karl-Theodor zu Guttenberg wurden zuerst unabhängig voneinander und schließlich durch gemeinsame Anstrengungen mehrerer Personen Plagiate gefunden.

Die Konsequenzen seines Plagiats waren:

  • Aberkennung seines Doktortitels
  • Anzeige aufgrund einer Urheberrechtsverletzung bei 23 Textpassagen
  • Verurteilung zu einer Geldstrafe von 20.000 Euro an eine gemeinnützige Organisation
  • Beendigung seiner Karriere als Verteidigungsminister aufgrund seines Rücktritts

Konsequenzen von Plagiat aus Sicht der Universität

Wir erklären dir nun anhand von Auszügen aus dem Studienrecht einiger Universitäten, was dir im Falle eines Plagiats passieren kann.

  1. Lektion über korrektes wissenschaftliches Arbeiten
  2. Prüfungsrechtliche Konsequenz
  3. Exmatrikulation oder Verweis von der Universität
  4. Geldstrafe
  5. Aberkennung des akademischen Grades

Lektion über korrektes wissenschaftliches Arbeiten

Wird in deiner Abschlussarbeit noch kein Plagiat festgestellt, aber ein fehlerhafter Umgang mit Quellen, dann wirst du noch einmal über das korrekte wissenschaftliche Arbeiten aufgeklärt.

„Falls der Verdacht [auf Plagiat] entkräftet werden kann, etwa nur ein nachlässiger Umgang mit Quellen ohne erkennbare Täuschungsabsicht vorliegt, wird der / dem Studierenden die korrekte wissenschaftliche Praxis erläutert.“

Quelle: Uni-Bremen

Prüfungsrechtliche Konsequenz

Bei einem Täuschungsversuch durch ein Plagiat wird deine Abschlussarbeit als Prüfungsleistung mit „nicht bestanden“ beurteilt:

„Prüfungsrechtlich sind Arbeiten, die sich als Plagiate erweisen, mit ‚nicht bestanden‘ zu bewerten.“

Quelle: Uni-München

Exmatrikulation oder Verweis von der Universität

Bei der Aufdeckung eines Plagiats durch die Universität kann dir die Exmatrikulation oder ein Verweis von der Universität drohen:

„Wird [ein Plagiat] festgestellt, entscheidet der Prüfungsausschuss, welche der
verschiedenen Formen der möglichen Sanktionierung – von einer Abmahnung bis hin zur Einleitung eines Bußgeldverfahrens oder der Veranlassung der Exmatrikulation – im Einzelfall angemessen ist und erfolgt.“

Quelle: Uni-Köln

Geldstrafe

Wenn du dir mithilfe eines Plagiats einen Titel erschleichst, kann dir als Konsequenz auch eine Geldstrafe drohen:

„Im Übrigen ist das vorsätzliche unberechtigte Führen von akademischen Graden mit Geldstrafe bis zu €15.000,- zu ahnden.“

Quelle: Uni-Wien

Aberkennung des akademischen Grades

Erhältst du im Zuge einer kopierten wissenschaftlichen Arbeit einen akademischen Grad, kann dir dieser aberkannt werden.

„War das Prüfungsverfahren abgeschlossen und der Hochschulgrad verliehen, kann Folge eines Plagiats der Entzug des erworbenen Grades sein.“

Quelle: Uni-Münster

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  • 67 Milliarden Internetquellen
  • 900 Millionen Studienarbeiten
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Konsequenzen von Plagiat aus Sicht des Urheberrechts

Kopierst du eine wissenschaftliche Arbeit, dann begehst du auch eine Urheberrechtsverletzung.

Das bedeutet, dass dich die ursprünglich Verfassenden der kopierten Textstellen rechtlich verklagen können. Du musst dann mit einer Freiheits- oder Geldstrafe rechnen.

„Ein Plagiat […] kann auch als Verletzung des Urheberrechts gewertet werden. Strafbar ist hiernach, wer in anderen als den gesetzlich zugelassenen Fällen ohne Einwilligung des Berechtigten ein Werk oder eine Bearbeitung oder Umgestaltung eines Werkes vervielfältigt, verbreitet oder öffentlich wiedergibt. Dabei fällt auch eine Bearbeitung von Teilen des Werkes unter den Tatbestand des § 106 Urheberrechtsgesetz, der eine Freiheitsstrafe von bis zu drei Jahren oder eine Geldstrafe vorsieht.“

Quelle: Uni-Kassel

Checkliste: Konsequenzen von Plagiat

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Super!

Du kennst nun alle Konsequenzen von Plagiat! Nutze im weiteren Verlauf deiner Abschlussarbeit einfach unsere anderen Checklisten.

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Priska Flandorfer

Priska arbeitet im Bereich Content Writing. Sie ist promovierte Sozialwissenschaftlerin und hilft gerne anderen Studierenden beim Bestehen ihrer Abschlussarbeiten.

1 Kommentar

Priska Flandorfer
Priska Flandorfer (Scribbr-Team)
16. Oktober 2018 um 14:49

Danke fürs Lesen! Ich hoffe dieser Artikel hat dir weitergeholfen. Hast du noch eine Frage? Hinterlasse einen Kommentar und ich werde mich so schnell wie möglich bei dir zurückmelden.

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