Eine nicht teilnehmende Beobachtung durchführen mit Beispiel

Die nicht teilnehmende Beobachtung ist eine Methode der empirischen Forschung, mit der Menschen oder Ereignisse in einer natürlichen Umgebung analysiert werden können.

Die nicht teilnehmende Beobachtung zeichnet sich durch die Distanz des Forschenden aus, denn er oder sie ist nicht aktiv am Geschehen beteiligt sondern beobachtet eine Situation von außen.

Für die Sammlung und Auswertung der Ergebnisse wird ein Beobachtungsprotokoll erstellt.

Das ist eine nicht teilnehmende Beobachtung

Bei der nicht teilnehmende Beobachtung schaust du dir eine Situation oder ein Ereignis von außen an und nimmst nicht daran teil. Dabei musst du auch nicht zwingend anwesend sein, sondern kannst auch eine Videoaufzeichnung analysieren.

Die nicht teilnehmende Beobachtung wird häufig zur Untersuchung kleinerer Gruppen oder individueller Personen verwendet.

Beispiel
Forschungsfrage für die Abschlussarbeit
Welche Ernährungsgewohnheiten haben Senioren im Supermarkt?
 
Nicht teilnehmende Beobachtung
Die Beobachterin schaut sich eine Videoaufzeichnung aus einem Supermarkt an und wertet den Einkauf von Senioren aus.

Es ist möglich, die nicht teilnehmende Beobachtung mit anderen Formen der Beobachtung zu kombinieren, da nur die Beobachterposition festgelegt ist. Die Beobachtungssituation kann demnach trotzdem offen oder verdeckt sein.

Die nicht teilnehmende Beobachtung planen

Die Beobachterposition hast du bei der nicht teilnehmenden Beobachtung bereits festgelegt: die Beobachtenden befinden sich außerhalb des Geschehens. Allerdings musst du noch die Beobachtungssituation festlegen und wie du Daten sammeln wirst.

Dafür musst du dir über diese 3 Punkte Gedanken machen:

  1. Offene oder verdeckte Beobachtung
  2. Systematische oder unsystematische Beobachtung
  3. Beobachtungsprotokoll anlegen und auswerten

Offene oder verdeckte Beobachtung

Bei der Beobachtungssituation hast du die Wahl zwischen einer offenen oder einer verdeckten Beobachtung.

Offen: Hier werden die Beobachteten darüber in Kenntnis gesetzt, dass sie beobachtet werden. Das kann zu unnatürlichem Verhalten führen.

Verdeckt: Die Beobachteten sind sich nicht bewusst, dass sie beobachtet werden. Hier verhalten sie sich normal, du musst aber vorher abklären, dass du diese Daten verwenden darfst und ethisch damit umgehst.

Beispiel
Um die Ernährungsgewohnheiten von Senioren zu untersuchen, schaut sich die Beobachterin eine Videoaufzeichnung aus einem Supermarkt an und wertet den Einkauf von Senioren aus.

2. Systematisch oder unsystematische Beobachtung

Lege fest, ob du bereits im Voraus Kategorien bestimmen willst oder spontan aufschreibst, was dir bei der Beobachtung ins Auge fällt.

Systematisch: Es werden feste Kategorien und Leitfäden erstellt, die festlegen auf was zu achten ist und wie genau die Beobachtung durchzuführen ist.

Unsystematisch: Die Beobachtung wird nach groben Richtlinien durchgeführt, doch kann auch spontan neue Erkenntnisse erfassen.

Beispiel
Um die Ernährungsgewohnheiten von Senioren zu untersuchen, schreibt sich die Beobachterin vorher feste Kategorien, wie Süßigkeiten, Milchprodukte etc. auf und ordnet den Einkauf den sie beobachtet in diese Kategorien ein.

3. Beobachtungsprotokoll anlegen und auswerten

Genau wie bei der teilnehmenden Beobachtung, musst du für die nicht teilnehmende Beobachtung auch ein Beobachtungsprotokoll anlegen.

Hier dokumentierst du, was dir während der Beobachtung auffällt. Je nachdem wie du Material sammelst, kannst du hier mit Notizen, Video- und Audiomaterial arbeiten.

Beispiel Auszug aus einem Beobachtungsprotokoll
 
Beobachtungstag: Di, 30.4.2019
Beginn der Beobachtung: 11.30 Uhr
Ende: 12.30 Uhr
Anzahl der beobachteten Personen: 17
Kategorie (Essen)Gekaufte Anzahl
Milchprodukte5
Brot10
Süßigkeiten7

Dieses Beobachtungsprotokoll wird dann kodiert und ausgewertet.

Beispiel Auswertung
Die Auswertung der Beobachtungsprotokolle hat gezeigt, dass Senioren das meiste Geld für Backwaren ausgeben. Das lässt darauf schließen, dass sie vermehrt Kohlenhydrate zu sich nehmen.

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Vor- und Nachteile der nicht teilnehmenden Beobachtung

Die nicht teilnehmende Beobachtung eignet sich am besten, um kleine Gruppen oder individuelle Personen zu untersuchen. Es gibt jedoch auch einige Nachteile.

Vorteile

  • Der Beobachter kann alles von außen protokollieren
  • Du hast die Möglichkeit bisher Unbekanntes zu entdecken.
  • Es können sowohl außergewöhnliche Ereignisse als auch alltägliche Routinen untersucht werden.

Nachteile

  • Teilnehmer fühlen sich „beobachtet” und handeln möglicherweise anders als sonst.
  • Die Repräsentativität kann nicht gewährleistet werden.
  • Der Zugang zu bestimmten Bereichen ist begrenzt.
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Franziska Pfeiffer

Franzi hat ihren Bachelor in Publizistik und Kommunikation in Berlin abgeschlossen und steht nun kurz vor den Masterabschluss. Sie kennt sich besonders gut mit den verschiedenen Forschungsmethoden aus und schreibt leidenschaftlich gerne Artikel, die anderen Studierenden zum Abschluss verhelfen.

1 Kommentar

Franziska Pfeiffer
Franziska Pfeiffer (Scribbr-Team)
2. Mai 2019 um 17:01

Danke fürs Lesen! Ich hoffe dieser Artikel hat dir weitergeholfen. Hast du noch eine Frage? Hinterlasse einen Kommentar und ich werde mich so schnell wie möglich bei dir zurückmelden.

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