Der Weg zum „richtigen“ Studentenjob

Raus aus Hotel Mama, in eine kunterbunte Wohngemeinschaft inklusive wilder WG-Partys ziehen, jedes Wochenende etwas Neues unternehmen und das Studentenleben ausgiebig genießen: So stellt man sich die bekanntlich beste Zeit des Lebens vor.

Doch so viele Freiheiten im Studium auch gegeben sein mögen, Studieren bedeutet auch erwachsen zu werden und Verantwortung zu tragen, eigenes Geld verdienen inbegriffen. Über 80% der deutschen Studenten arbeiten neben dem Studium, um sich dieses finanzieren zu können, von den Eltern unabhängig zu sein und einen gewissen Lebensstandard zu halten.

Die Suche nach dem Nebenjob – Worauf muss ich achten?

Verschiedene Anstellungsarten – verschiedene Regelungen

Kurz- oder langfristige Mini-Jobs, Midi-Job, Studentische Hilfskraft; als Student kann man unterschiedliche Beschäftigungsverhältnisse eingehen.

Bei langfristigen geringfügig entlohnten Beschäftigungen hast du einen monatlichen Verdienst von 450€, bis zu maximal 5.400€ jährlich. Das Einkommen kann sich auch aus mehreren Jobs zusammensetzen.

Während der Ausübung eines langfristigen Mini-Jobs sammelst du zudem Rentenversicherungsansprüche, da der Arbeitgeber und du jeweils einen festgelegten Pauschalbeitrag in die Rentenversicherung einzahlen. Beiträge zu Kranken-, Pflege-, und Arbeitslosenversicherung fallen nicht an, jedoch führt der Arbeitgeber je nach Steuerklasse bzw. auch pauschal Steuern ab (max. 2%).

Kurzfristige geringfügig entlohnte Beschäftigungen werden meist im Rahmen der Semesterferien ausgeübt und sind von Anfang an befristete Arbeitsverhältnisse. Maximal dürfen 50 Arbeitstage im Kalenderjahr in dieser Form gearbeitet werden.

Die wöchentliche Arbeitsstundenzahl, sowie das Gehalt sind dabei unerheblich. Genau wie bei einem langfristigen Mini-Job ist der Beschäftigte auch von Kranken-, Pflege- und Arbeitslosenversicherung befreit.

Wenn dein monatliches Einkommen zwischen 450,01€ und 850,00€ liegt, übst du einen Midi-Job aus. In dieser Anstellungsform ist man als Arbeitnehmer voll sozialversicherungspflichtig, zahlt jedoch nur einen geringen Beitrag in die Sozialkasse, den Hauptteil übernimmt der Arbeitgeber.

Nebenjob, BAföG, Praktikum – weitere Regelungen

Du darfst als Student die Wochenanzahl von 20 Stunden nicht überschreiten, da du sonst, laut Gesetz, nur noch in Teilzeit studierst. Als Ausnahme gelten hier die Semesterferien und vorlesungsfreie Zeit, also abends, nachts und an freien Tagen. Steuerfrei bleibt der Verdienst, wenn der Jahresverdienst unter 8.652 Euro bleibt (Stand 2016).

Studenten, die BAföG beziehen, dürfen im Monat nicht mehr als 400€ verdienen. Andernfalls würde die Leistung gekürzt werden. Die Regeln ändern sich allerdings hin und wieder. So wurde die Obergrenze beispielsweise im Oktober 2016 auf 450€ hochgesetzt. Wenn die generelle wirtschaftliche Situation und Lebenserhaltungskosten sich ändern, müssen auch die BAföG-Richtlinien angepasst werden.

Bevor du ein Arbeitsverhältnis antrittst, solltest du unbedingt einen schriftlichen Arbeitsvertrag abschließen, um dich abzusichern. Urlaubstage, Arbeitsstunden und Kündigungsrecht sind beispielsweise wichtige Punkte, die immer auf dem Papier festgehalten werden sollten.

Und wie verhält es sich mit einem Praktikum? Bei Pflichtpraktika bist du versicherungsfrei und musst keine Beiträge leisten. Sollte das Praktikum allerdings freiwillig sein, gelten dieselben Regeln wie bei den Minijobs. Sobald du über 450€ verdienst, musst du dich selbst versichern und Steuern zahlen.

Ordnung und Organisation sind das halbe Leben – auch bei der Jobsuche

Bevor man mit der Suche beginnt, sollte man sich unbedingt darüber klar werden, was einer selbst machen will. Denn neben dem monetären Aspekt eines Nebenjobs, kann auch dein Lebenslauf mit wertvoller Berufserfahrung gefüllt werden.

Möchtest du die in den Vorlesungen gelernten Theorien in der Praxis anwenden, ist es sinnvoll nach Werksstudentenstellen in regionalen Unternehmen zu suchen, welche studentische Mitarbeiter aus deinem Studienfach suchen.

Eine andere Art den universitären Aspekt während der Jobsuche nicht ganz außer Acht zu lassen, ist die Bewerbung für eine Stelle als Studentische Hilfskraft oder Wissenschaftliche Hilfskraft an deiner Fakultät. Eine Balance zwischen Job und Studium zu finden, zeigt deinem zukünftigen Wunsch-Arbeitgeber, dass Selbstmanagement und Motivation keine Fremdwörter für dich sind.

Unser Tipp: Bringe deine Bewerbungsunterlagen wie z.B. den Lebenslauf schon frühzeitig auf den neusten Stand. Das macht die Anpassung für die gewünschte Stelle und die Bewerbung deutlich leichter.

Die Suche nach dem Nebenjob – Wo finde ich meinen Studentenjob?

Als Student Geld zu verdienen ist heutzutage gar nicht so schwer, denn Unternehmen stellen besonders Studenten für Aushilfsjobs oder Werksstudententätigkeiten gerne ein.

Das Schwarze Brett

Wohlmöglich die einfachste Anlaufstelle um einen zu deinem Studienfach passenden Job zu finden. Viele Unis bieten ihren Studenten einen Career Service an, welcher offene Stellen von Unternehmen und hochschulinterne Stellen am „schwarzen Brett“ aushängt oder online in der eigenen Jobbörse veröffentlicht. Es lohnt sich definitiv die Uni-Website etwas genauer unter die Lupe zu nehmen.

Zeitungen

Dies mag zwar altmodisch klingen, doch viele Unternehmen inserieren offene Stellen in lokalen Zeitungen. Gerade in kleineren Städten ist es sinnvoll den Jobbörsen-Teil in den Lokalzeitschriften durchzulesen.

Online Jobbörsen

Die heutigen Studenten verbringen die meiste Zeit online, weshalb der meist genutzte und effektivste Weg einen Job zu finden die Frequentierung von Jobbörsen ist. Allein in Deutschland existieren über 1000 Jobbörsen, ca. 50 davon spezialisieren sich auf die Bedürfnisse von Studenten.

Um deinen passenden Studentenjob zu finden, legst du dir in den meisten Fällen ein kostenloses Profil an, lädst deinen Lebenslauf hoch und kannst dich sofort einfach und unkompliziert für verschiedenste Stellen bewerben.

Unternehmenswebsite

Wenn du bereits genau weist, in welchem Unternehmen du arbeiten möchtest, lohnt es sich immer auf der Unternehmenswebsite nach freien Stellen zu suchen.

Soziale Netzwerke

Neben Facebook, Twitter und Co, sind in den letzten Jahren besonders berufliche soziale Netzwerke wie XING oder LinkedIn immer beliebter geworden. LinkedIn ist ein international aktives Netzwerk, wohingegen XING auf das Networking innerhalb Deutschlands spezialisiert ist.

Mit Hilfe der Networking-Websites kannst du mit Kommilitonen, Professoren, Kollegen und potentiellen Arbeitgebern in Kontakt treten und gleichzeitig nach passenden Jobs suchen. Dein Profil ist eine Art digitale Visitenkarte, die vorher von den Personalern auf Herz und Nieren gecheckt wird.

Freundeskreis

Networking funktioniert auch offline und das berühmte „Vitamin B“ hat schon so manchem zu einem tollen Job verholfen. Nicht nur, dass du somit direkt einen Ansprechpartner bei einem potentiellen Arbeitgeber hast, Freude können auch als gute Referenz für einen neuen Job dienen.

Unser Tipp: Frequentiere bei deiner Jobsuche möglichst viele Kanäle, so findest du sicherlich die größtmögliche Auswahl an potentiellen Stellen.

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Luca Corrieri

Luca hat seinen Master an der Universität von Amsterdam abgeschlossen und ist seit 2014 für den deutschen Markt von Scribbr verantwortlich. Mit seinen Kenntnissen im Online-Marketing hat er sich zum Ziel gesetzt, Studierende während der Abschlussphase online zu unterstützen.

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1 Kommentar

Luca Corrieri
Luca Corrieri (Scribbr-Team)
10. März 2017 um 14:57

Danke fürs Lesen! Ich hoffe dieser Artikel hat dir weitergeholfen. Hast du noch eine Frage? Hinterlasse einen Kommentar und ich werde mich so schnell wie möglich bei dir zurückmelden.

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