Das Forschungskonzept deiner Abschlussarbeit

Das Forschungskonzept bildet den Rahmen deiner wissenschaftlichen Arbeit und hilft dir dabei, darzustellen, was du dir von deiner geplanten Forschung erwartest sowie die Zusammenhänge zwischen den relevanten Forschungsvariablen zu verdeutlichen.

Das Forschungskonzept solltest du erstellen, bevor du mit der eigentlichen Forschungsarbeit für deine Bachelorarbeit oder Masterarbeit beginnst.

Beispiel-für-ein-Rahmenkonzept

Beispiel für ein Forschungskonzept

 

Empirische Forschung

Ob ein Forschungskonzept hilfreich ist oder nicht, hängt von der Art der Forschung ab, die du durchführen möchtest. Forschungskonzepte bieten sich vor allem bei empirischen Forschungen an.

Hier kann solch ein Konzept hilfreich sein, um aufgestellte Hypothesen zu überprüfen oder um herauszufinden, ob sich eine bestimmte Vermutung wissenschaftlich beweisen lässt.

Ursachen-Wirkungs-Beziehung

Die Grundlage empirischer oder testender Forschung ist meist eine Ursachen-Wirkungs-Beziehung. Wenn du in deiner Abschlussarbeit empirisch forschst, ist dein Ziel, so eine Ursachen-Wirkungs-Beziehung zu beweisen.

Beispiel einer Ursachen-Wirkungs-Beziehung

Student Ben erzielt bei einem wichtigen Test die höchstmögliche Punktanzahl. Das erstaunt seine Mitstudierenden. Ben hat dafür aber eine gute Erklärung: Er hat viele Stunden für den Test gelernt (Ursache) und hat deshalb ein perfektes Ergebnis erzielt (Wirkung/Ergebnis).

Ben freut sich so sehr darüber, dass seine harte Arbeit zu einem so guten Ergebnis geführt hat, dass er beschließt, seine Abschlussarbeit über diese Erfahrung zu schreiben. Sein Ziel ist es, wissenschaftlich zu zeigen, dass seine Super-Note kein glücklicher Zufall war, sondern Ergebnis einer Ursachen-Wirkungs-Beziehung.

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Variablen

Der erste Schritt, um eine Ursachen-Wirkungs-Beziehung wissenschaftlich zu beweisen, ist es, die eigenen Annahmen in ein Forschungskonzept zu übertragen. Bevor dies geschieht, ist es wichtig, die relevanten Forschungvariablen zu bestimmen.

Variablen sind ganz einfach jene Merkmale, die die Ursachen-Wirkungs-Beziehung beschreiben. In unserem Beispiel sind die beiden Variablen die „Anzahl der Lernstunden“ und das „Testergebnis“.

Unabhängige und abhängige Variablen

Eine Ursachen-Wirkungs-Beziehung besteht immer aus zwei verschiedenen Arten von Variablen: unabhängigen und abhängigen Variablen. In unserem Beispiel ist die „Anzahl der Lernstunden“ die unabhängige Variable, während das „Testergebnis“ die abhängige Variable ist. Anders gesagt: das „Testergebnis“ hängt von der „Anzahl der Lernstunden“ ab.

Ursachen-Wirkungs-Beziehungen umfassen oft mehrere verschiedene unabhängige Variablen, die die abhängige Variable beeinflussen. Eine weitere unabhängige Variable, die wir in unserem Beispiel ergänzen könnten, wäre „ausreichende Zeit, um alle Textfragen beantworten zu können“. Wir bleiben vorerst aber lieber mal bei einer, damit es nicht zu kompliziert wird: den „Lernstunden“.

Ein Forschungskonzept entwerfen

Nachdem wir jetzt also eine unabhängige und eine abhängige Variable gefunden haben, können wir beginnen, das Forschungskonzept zu entwerfen. Die grafischen Elemente dafür sind Felder, Pfeile und Linien.

Jede Variable erhält ein eigenes (Text-)Feld. Pfeile verwendest du, um Ursachen-Wirkungs-Beziehungen zu veranschaulichen. Jeder Pfeil sollte bei einer Variable beginnen, die ursächlich beeinflusst, und zu einer Variable führen, die beeinflusst wird.

Mit einer Linie stellst du Verbindungen zwischen zwei Variablen dar, bei denen es sich um keine Ursachen-Wirkungs-Beziehungen handelt, sondern um andere Zusammenhänge. Die Elemente lassen sich also wie folgt zusammenfassen:

ElementeBedeutung
FeldVariable
PfeilKausalzusammenhang (Ursachen-Wirkungs-Beziehung)
LinieVerbindung (Zusammenhang)

Hier ein Beispiel für ein Forschungskonzept, das den Zusammenhang zwischen der unabhängigen Variable „Lernstunden“ und der abhängigen Variable „Testergebnis“ aus unserem Beispiel mit Ben darstellt:

Beispiel Forschungskonzept mit abhängigen und unabhängigen Variablen

 

Das Forschungskonzept erweitern

Ein Forschungskonzept muss nicht immer auf unabhängige und abhängige Variablen beschränkt sein. Auch andere Arten von Variablen können in das Konzeptdesign aufgenommen werden. Je nach Art deiner Forschungsabsicht, kannst du durch die Hinzunahme anderer Variablen noch weitere Facetten einer Ursachen-Wirkungs-Beziehung darstellen. Solche Variablen sind zum Beispiel:

Weitere Schritte

Wenn du das Forschungskonzept deiner Abschlussarbeit fertiggestellt hast, kannst du mit der Forschungsarbeit beginnen, um die darin dargestellten Zusammenhänge und Beziehungen zu beweisen. Dafür stehen dir eine ganze Reihe an qualitativen und quantitativen Forschungsmethoden zur Verfügung, unter anderem:

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Bas Swaen

Bas ist einer der Mitgründer von Scribbr. Bas kommt aus einer Lehrerfamilie und hat viel Erfahrung im Schreiben von Bachelor- und Masterarbeiten. Mit verständlichen Erklärungen zu schwieriger Materie versucht Bas, Studenten auf dem Weg zum Studienabschluss zu helfen.

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1 Kommentar

Bas Swaen
Bas Swaen (Scribbr-Team)
28. Dezember 2015 um 15:07

Danke fürs Lesen! Ich hoffe dieser Artikel hat dir weitergeholfen. Hast du noch eine Frage? Hinterlasse einen Kommentar und ich werde mich so schnell wie möglich bei dir zurückmelden.

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