Die PESTEL Analyse einfach erklärt mit Beispiel Unternehmen

Mit der PESTEL Analyse lässt sich das Umfeld eines Unternehmens analysieren.

Anhand 6 verschiedener Faktoren lässt sich herausfinden, welche Auswirkungen externe Entwicklungen auf Strategien eines Unternehmens haben können.

Das ist die PESTEL Analyse:

Die PESTEL Analyse ist häufig Teil des Lehrplans für wirtschaftliche Studiengänge und kann als Methode für wissenschaftliche Arbeiten genutzt werden, um die Perspektiven für ein Unternehmens zu analysieren.


pestel analyse

Die PESTEL Analyse besteht aus 6 Faktoren, die von außen auf ein Unternehmen einwirken können:

  1. Political – Politische Faktoren
  2. Economic – Wirtschaftliche Faktoren
  3. Social – Sozio-kulturelle Faktoren
  4. Technological – Technologische Faktoren
  5. Environmental – Ökologisch-geographische Faktoren
  6. Legal – Rechtliche Faktoren

Die PESTEL Analyse konzentriert sich auf externe Faktoren und betrachtet dessen Wirkung auf das Unternehmen. Die SWOT Analyse untersucht im Gegensatz dazu die Perspektive des Unternehmens auf das Umfeld.

Andere Variationen der PESTEL Analyse sind beispielsweise STEEP, PEST oder PESTLIED, die jeweils weitere Faktoren mit einbeziehen oder ausschließen.

Anwendungsbeispiel für die wissenschaftliche Arbeit

In deiner wissenschaftlichen Arbeit möchtest du beispielsweise anhand der PESTEL Analyse folgende Forschungsfrage beantworten:

  • Welche Besonderheiten muss Unternehmen X berücksichtigen, wenn es in den deutschen Markt eintreten will?

Methodisches Vorgehen:

  • Mithilfe einer systematischen Literaturanalyse und Experteninterviews kannst du herausfinden, welche Faktoren Einfluss auf das Unternehmen haben.

Politische Einflussfaktoren

Politische Faktoren spielen eine wichtige Rolle bei der Entscheidung für einen Standorts eines Unternehmens oder bei der Wahl neuer Märkte.

Zu den politischen Einflussfaktoren zählen:

  • Gesetzgebungen
  • Außenpolitik
  • Handelspolitik
  • Steuerregelungen
  • Subventionen
  • Stabilität des politischen Systems
Anwendungsbeispiel
Deutschland ist ein Mitglied der Europäischen Union. Unternehmen, die in Deutschland investieren wollen, sollten eventuelle EU-Regulierungen in ihren Entscheidungen berücksichtigen.

Wirtschaftliche Einflussfaktoren

Als wirtschaftliche Faktoren gelten die volkswirtschaftliche Lage eines Landes und weitere Informationen, die ein Unternehmen über seinen Absatzmarkt wissen muss.

Zu den wirtschaftlichen Einflussfaktoren zählen:

  • Wirtschaftswachstum
  • Bevölkerungszahl
  • Zinsniveau
  • Inflationsrate
  • Bildungsniveau
  • Wechselkurse
  • Handel
  • Steuersystem
  • Einkommen und Kaufkraft
  • Arbeitslosigkeit
  • Import- und Exportgeschäfte
Anwendungsbeispiel
Während der letzten fünfzig Jahre hat sich der Lebensstandard in Deutschland nahezu kontinuierlich erhöht. Damit ist auch die Kaufkraft der Bevölkerung gestiegen, und Konsumenten sind bereit, mehr auszugeben.

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Sozio-kulturelle Einflussfaktoren

Sozio-kulturelle Einflussfaktoren beziehen sich auf die Struktur der Gesellschaft und auf Besonderheiten, die ein Unternehmen berücksichtigen sollte.

Zu den sozio-kulturellen Einflussfaktoren gehören:

  • Alter der Bevölkerung
  • soziale Schicht
  • Sprachkenntnisse
  • Bildungsniveau
  • Werte
  • Religion
  • Rollenverständnis
  • demographische Entwicklung
  • Lebensstil
  • Religion
  • Mobilität
  • Kaufverhalten
Anwendungsbeispiel
Die offizielle Sprache in Deutschland ist Deutsch. Englisch ist nicht so verbreitet, aber die Anzahl an Menschen die Englisch sprechen ist gestiegen. Dennoch sollten internationale Unternehmen darauf achten, ihre Dienste auch auf Deutsch anzubieten.

Technologische Einflussfaktoren

Technologische Faktoren sind ebenfalls wichtig für strategische Entscheidungen eines Unternehmens, da technologische Entwicklungen sowohl Geschäftsabläufe als auch Geschäftsmodelle beeinflussen können.

Technische Entwicklungen können in folgenden Bereichen stattfinden:

  • Informationstechnologie
  • Kommunikationstechnologie
  • Logistik
  • Infrastruktur
  • Energieversorgung
  • Digitalisierung
  • Forschungsmittel
  • Staatliche und private Forschungs- und Entwicklungsausgaben (FuE)
Anwendungsbeispiel
Deutschland hat eine sehr gute Infrastruktur, die den Transport und die Distribution von Waren immer sicherer und effektiver macht.

Ökologisch-geographische Einflussfaktoren

Die ökologisch-geographischen Faktoren beschreiben die Umwelt eines Unternehmens sowie die Bedingungen und die verfügbaren Ressourcen.

Zu den ökologisch-geographischen Einflussfaktoren gehören:

  • Umweltauflagen
  • Emissionen
  • Klima
  • Infrastruktur
  • Verfügbarkeit von Rohstoffquellen
  • bewusstes Konsumverhalten
  • Energiequellen
  • Verbrauch
  • Recycling
  • Entsorgung
Anwendungsbeispiel
Aufgrund des erhöhten Bewusstseins für den Klimawandel achten Konsumenten bei Unternehmen bewusst auf Nachhaltigkeit und auf umweltbewusste Produktionsweisen.

Rechtliche Einflussfaktoren

Rechtliche Faktoren spielen eine große Rolle für den Handlungsspielraum eines Unternehmens, denn unterschiedliche Rechtssysteme sowie das Rechtsbewusstsein der Bevölkerung beeinflussen strategische Entscheidungen.

Liste der Faktoren

  • Gesetzgebungen
  • Wettbewerbsrecht
  • Umweltrecht
  • Kartellrecht
  • Steuerrecht
  • Arbeitsrecht
  • Rechtssystem
  • Rechtsbewusstsein
  • Produkthaftung
Anwendungsbeispiel
Traditionell hat Deutschland eine sehr strenge Gesetzgebung, und ein großer Anteil der deutschen Gesetze wurden von der EU übernommen.

PESTEL Analyse Beispiele

Solltest du die PESTEL Analyse als Methode für deine Bachelorarbeit oder Masterarbeit nutzen wollen, kann es hilfreich sein, sich an Beispielen von anderen Studierenden zu orientieren.

Hier findest du zwei Bachelorarbeiten, die eine detaillierte PESTEL Analyse an einem Unternehmen durchführen.

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Franziska Pfeiffer

Franzi hat ihren Bachelor in Publizistik und Kommunikation in Berlin abgeschlossen und steht nun kurz vor den Masterabschluss. Sie kennt sich besonders gut mit den verschiedenen Forschungsmethoden aus und schreibt leidenschaftlich gerne Artikel, die anderen Studierenden zum Abschluss verhelfen.

2 Kommentare

Christoph
16. Mai 2019 um 17:20

Hallo Franziska,

ich plane für meine Masterarbeit, eine bestimmte Branche auf Risiken und Chancen zu untersuchen. Dabei hat mir mein Professor die PESTEL Analyse sowie die 5 Forces von Porter ans Herz gelegt. Als qualitative Methode werde ich Experteninterviews führen.

Nun bin ich mir bei der Reihenfolge nicht ganz sicher. Führe ich zunächst die genannten Analysen (auf Grundlage von Literatur etc.) durch um die dort generierten Ergebnisse später mithilfe der Ergebnisse aus den Experteninterviews zu validieren oder führe ich zunächst die Interviews durch und erstelle dann auf Grundlage der dort generierten Ergebnisse meine PESTEL + Porter Analyse?

Ich danke die für die äußerst hilfreichen Artikel hier!
Viele Grüße
Christoph

Antworten

Franziska Pfeiffer
Franziska Pfeiffer (Scribbr-Team)
23. Mai 2019 um 15:22

Hallo Christoph,

vielen Dank für deine Nachricht. Es freut mich, dass unsere Artikel dir weiterhelfen :)
Ich würde dir raten, deine Interviews als erstes zu führen, sodass du anhand der Ergebnisse die Analysen erstellen kannst. So kannst du schon konkret nach Punkten fragen, die später für die PESTEL und Porter Analyse wichtig werden.

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