Burnout im Studium erkennen und etwas dagegen tun

Burnout (engl. für ausbrennen) bezeichnet eine schwere persönliche Krise. Sie ist gerpägt durch emotionale und körperliche Erschöpfung, verminderte Leistungsfähigkeit sowie sozialen Rückzug.

Burnout kann in allen Lebenslagen auftreten, somit auch bereits während des Studiums.

Symptome werden individuell wahrgenommen. Wir erklären dir, auf welche Symptome du achten musst und was du tun kannst, um ein bevorstehendes Burnout zu vermeiden.

Symptome von Burnout im Studium erkennen

Erste Symptome von Burnout sind:

Ist das Burnout bereits weiter fortgeschritten, können folgende Symptome auftreten:

Versagensängste

Du hast Angst zu versagen und stellst zu hohe Ansprüche an dich, denen du nicht gerecht werden kannst.

Emotionale und körperliche Erschöpfung

Du gönnst dir keine Ruhezeiten mehr und fühlst dich schließlich körperlich und geistig erschöpft.

Abnahme der Konzentration

Du hast längere Phasen, in denen du dich in Vorlesungen oder beim Lernen kaum mehr konzentrieren kannst.

Gedankendrängen

Deine Gedanken kreisen immer wieder um dieselben Probleme. Du hast das Gefühl, für diese Probleme keine Lösung zu finden.

Freudlosigkeit

Angelegenheiten, die dir normalerweise Freude machen, empfindest du als eintönig oder sogar belastend.

Entfremdung vom Studium

Du hast keine Freude mehr am Studium, hältst es für sinnlos oder nicht schaffbar. Du hast kein Vertrauen mehr in deine Fähigkeiten.

Nur Grundbedürfnisse werden erfüllt

Aufgrund der Antriebslosigkeit und Erschöpfung erfüllst du nur mehr deine Grundbedürfnisse wie Essen und Schlafen.

Minderung sozialer Kontakte

Du hast keine Lust mehr auf Freunde oder Familie. Du kannst dich bei Gesprächen nicht so wie sonst beteiligen, da du dich beim Reden schlecht konzentrieren kannst und dir Wörter nicht einfallen.

Gereiztheit bis zur Aggression

Du fühlst dich in allen Lebenslagen gereizt und/oder begegnest anderen aggressiv.

Körperliche Beschwerden

Du hast Kopf- und Rückenschmerzen oder klagst über Herzrasen, Magen- und Darmbeschwerden. Auch weitere unspezifische körperliche Symptome beeinträchtigen dich.

Vollkommener Rückzug

Du ziehst dich komplett aus dem Studium und Freundeskreis zurück und erfüllst kaum mehr deine Grundbedürfnisse.

Erste Schritte bei Burnout-Symptomen im Studium

Wenn du dich im Studium bereits etwas überfordert fühlst, schlechter als sonst konzentrieren kannst und deine sozialen Kontakte reduzierst, dann können das erste Symptome eines Burnouts sein.

So kannst du sofort etwas gegen diese Symptome unternehmen.

1. Überforderung eingestehen

Der wichtigste Schritt, um etwas an seiner Lage ändern zu können, ist sich selbst einzugestehen, wenn man überfordert ist.

Frage dich Folgendes
Komme ich mit dem Studium so wie immer zurecht oder gibt es länger anhaltende Phasen, in denen es mich überfordert?

2. Stundenplan und Arbeitspensum reduzieren

Sobald du die Überforderung akzeptierst, reduziere deinen Stundenplan und das Arbeitspensum. Setze dir erreichbare Ziele und belohne dich, wenn du eines geschafft hast.

Lege beim Lernen Pausen ein. Wenn du merkst, es passt nichts mehr in deinen Kopf, lenke dich mit angenehmen Aktivitäten oder einer Ruhephase ab.

3. Entspannungsmöglichkeiten finden

Jeder Mensch kann sich unterschiedlich entspannen. Manche gärtnern, andere malen oder meditieren. Du musst deine spezielle Entspannungsmöglichkeit finden und sie regelmäßig nutzen.

Frage dich Folgendes
Bei welcher Tätigkeit, die mir Spaß macht, kann ich gut abschalten?

4. Bewegung und gesunde Ernährung

Mache ausreichend Bewegung an der frischen Luft, um Energie zu tanken. Bedenke aber, dass zu viel oder anstrengender Sport das Burnout verschlimmern kann.

Vermeide Fast Food und achte auf eine bewusste Ernährung mit ausreichend Eiweiß, Kohlenhydraten und Vitaminen.

5. Lerne, Nein zu sagen und reduziere deine Erreichbarkeit

Überforderung entsteht, wenn man allem und jedem gerecht werden möchte. Du musst lernen, Nein zu sagen.

Mit einem Smartphone ist man immer und überall erreichbar. Um abschalten zu können, reduziere diese Erreichbarkeit, indem du dein Smartphone stumm schaltest oder abdrehst.

6. Freizeit und Treffen mit Freunden einplanen

Gönne dir nicht irgendwann Freizeit oder ein Treffen mit Freunden, sondern plane es in deinem Terminkalender aktiv ein. Nimm dir Zeit für Freizeitaktivitäten und gute Gespräche mit Kollegen und Freunden.

7. Mit Studienkollegen und Freunden über die Probleme reden

Überall wird über Burnout und Überforderung gesprochen, aber sich selbst damit in Verbindung zu bringen, fällt schwer.

Sprich das Thema aktiv bei Mitstudierenden und Freunden an. Du wirst sofort sehen, dass du damit nicht alleine bist und das hilft dir, damit besser umzugehen.

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Lösungen bei fortgeschrittenem Burnout im Studium

Du bist nicht nur überfordert oder etwas in deiner Leistung ist eingeschränkt, sondern du hast viele der aufgelisteten Symptome bei dir festgestellt. Dann solltest du die folgenden Schritte unternehmen.

Psychologische Hilfe in Anspruch nehmen

Fast jede Universität verfügt über eine psychologische Beratungsstelle für Studierende.

Du findest dort Fachleute, die deine Probleme verstehen, analysieren und gegebenenfalls ein Burnout diagnostizieren können.

Je nach Schwere des Burnouts wird dir zu einer Therapie, zu Medikamenten oder einem Klinikaufenthalt geraten.

Therapie bei Burnout im Studium

Sobald du die Diagnose Burnout erhalten hast, beginnst du mit einer Verhaltenstherapie.

Während der Therapie werden Strategien erarbeitet, die gegen das Burnout helfen.

Diese Strategien können sein:

  • Änderung der Lebens- und Lerngewohnheiten
  • Erlernen, sich selbst und seine Bedürfnisse einzuschätzen
  • Entspannungstechniken für sich selbst herausfinden und anwenden (z. B. Yoga, Atemübungen, autogenes Training)
  • Akzeptieren lernen, dass Scheitern zum Leben dazugehört
  • Erlernen, wie man Zeit für Erholungsphasen schafft und aktiv einplant
  • Prävention eines weiteren Burnouts:
  • Erstellen einer Checkliste mit den individuellen Symptomen, die zu Burnout geführt haben
  • Zusammenfassung aller Strategien, die gegen die Symptome helfen

Linderung körperlicher Symptome

Da Burnout mit körperlichen Problemen einhergehen kann, musst du auch diese in Angriff nehmen. Oft helfen schon entspannende Massagen oder körperliche Bewegung.

Bei bereits fortgeschrittenen körperlichen Symptomen wie etwa anhaltenden Schmerzen sind physiotherapeutische Maßnahmen hilfreich.

Konntest du bei dir Symptome eines Burnouts durch das Studium feststellen, dann musst du nicht verzweifeln. Überlege, wie es dazu gekommen ist und denke in Ruhe nach, was du dagegen tun kannst.

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Priska Flandorfer

Priska arbeitet im Bereich Content Writing. Sie ist promovierte Sozialwissenschaftlerin und hilft gerne anderen Studierenden beim Bestehen ihrer Abschlussarbeiten.

1 Kommentar

Priska Flandorfer
Priska Flandorfer (Scribbr-Team)
21. Januar 2019 um 14:37

Danke fürs Lesen! Ich hoffe dieser Artikel hat dir weitergeholfen. Hast du noch eine Frage? Hinterlasse einen Kommentar und ich werde mich so schnell wie möglich bei dir zurückmelden.

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