Komma vor ‚aber‘: wann du ein Komma setzen musst

Im Normalfall musst du ein Komma vor ‚aber‘ setzen, nämlich dann, wenn ‚aber‘ als Bindewort benutzt wird, um einen Hauptsatz einzuleiten oder ein Wort gegenüberzustellen.

Im Ausnahmefall setzt du kein Komma vor ‚aber‘, wenn ‚aber‘ in einem Satz zur Hervorhebung einer Aussage verwendet wird.

Übersicht über die Kommasetzung vor ‚aber‘
Kategorie Beispiel
‚aber‘ zur Einleitung eines Hauptsatzes Komma setzen
Ich sollte heute lernen, aber ich habe gar keine Lust.
‚aber‘ zur Gegenüberstellung eines Worters Komma setzen
Das Urteil war hart, aber fair.
‚aber‘ zur Hervorhebung einer Aussage kein Komma setzen
Das ist aber nett von dir!

Normalfall: Komma vor ‚aber‘

Im Normalfall muss vor ‚aber‘ ein Komma gesetzt werden. Hier gibt es zwei Möglichkeiten:

  1. Komma vor ‚aber‘ im Hauptsatz
  2. Komma vor ‚aber‘ im Nebensatz

Komma vor ‚aber‘ im Hauptsatz

Im Normalfall musst du vor ‚aber‘ ein Komma setzen, wenn ‚aber‘ als Bindewort verwendet wird.

Das heißt, mit ‚aber‘ wird z. B. ein zweiter Hauptsatz eingeleitet, der auf den ersten Hauptsatz folgt.

Beispiel: Komma vor ‚aber‘ in zweitem Hauptsatz
Wir wollen schwimmen gehen, aber heute haben wir leider keine Zeit dafür.

Um die zwei Hauptsätze wie im obigen Beispiel voneinander abzugrenzen, wird zwischen beiden ein Komma gesetzt.

Beachte
Einen Hauptsatz erkennst du daran, dass er aus einem Subjekt und einem Verb besteht. Das Verb steht normalerweise an zweiter Stelle.

Das Subjekt ist das Satzelement, auf das sich die Handlung bezieht, z. B. eine Person oder eine Sache.

Das Komma muss nicht immer direkt vor ‚aber‘ stehen, wenn die Wortreihenfolge im zweiten Hauptsatz variiert werden kann.

Beispiel: Komma nicht direkt vor ‚aber‘
Ich habe ihm vorgeschlagen ins Kino zu gehen, er hatte aber keine Lust.

Im obigen Beispiel beginnt der zweite Hauptsatz mit ‚er hatte‘. Trotzdem ist ‚aber‘ ein Bindewort.

Du kannst leicht überprüfen, ob ‚aber‘ in einem Satz ein Bindewort ist, indem du die Wortreihenfolge veränderst.

Beispiel: Überprüfung der Wortreihenfolge
Ich habe ihm vorgeschlagen ins Kino zu gehen, er hatte aber keine Lust.

Ich habe ihm vorgeschlagen ins Kino zu gehen, aber er hatte keine Lust.

Komma vor ‚aber‘ zur Gegenüberstellung eines Wortes

Im Normalfall musst du ein Komma vor ‚aber‘ setzen, wenn mit dem Bindewort ‚aber‘ ein Wort gegenübergestellt wird, um einen Gegensatz aufzuzeigen.

Beispiel: Komma vor ‚aber‘ im Nebensatz
Sie isst zwar langsam, aber genüsslich.

In diesem Beispiel wird der Gegensatz durch ‚aber genüsslich‘ ausgedrückt und mithilfe eines Kommas vom Hauptsatz abgegrenzt. Auf diese Weise sind die beiden Wörter ‚langsam‘ und ‚genüsslich‘ einander gegenübergestellt.

Du musst ebenso ein Komma vor ‚aber auch‘ setzen.

Beispiel: Komma vor ‚aber auch‘
Mir gefällt die Lederjacke ziemlich gut, aber auch die Jeansjacke.

Ein Komma muss bei allen Wortkombinationen mit ‚aber‘ gesetzt werden, z. B. ‚aber weil‘ oder ‚aber ob‘. Die Kommasetzung verändert sich nicht durch die jeweilige Wortkombination.

Beispiel: Komma vor ‚aber ob‘
Er zieht angeblich nach Miami, aber ob das stimmt, weiß ich nicht.

Mithilfe einer professionellen Rechtschreibprüfung kannst du die Kommasetzung prüfen.

Ausnahmefall: kein Komma vor ‚aber‘

In einem Ausnahmefall setzt du kein Komma vor ‚aber‘, nämlich dann, wenn ‚aber‘ in einem Satz zur Hervorhebung einer Aussage verwendet wird.

Beispiel: kein Komma vor ‚aber‘ bei einer Hervorhebung
Das Wassermeloneneis findet meine Oma aber besonders gut.

Im obigen Beispiel ist ‚aber‘ kein Bindewort, da kein neuer Satz eingeleitet wird. Das Wort ‚aber‘ hat hier die Funktion, eine Aussage zu betonen, nämlich dass die Oma Wassermeloneneis besonders mag.

Es wird auch kein Komma vor ‚aber‘ gesetzt, wenn mit ‚aber‘ eine Empfindung ausgedrückt wird.

Beispiel: kein Komma vor ‚aber‘ beim Ausdruck einer Empfindung
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Weitere hilfreiche Kommatipps

Im Deutschen gibt es andere wichtige Wörter mit eigenen Kommaregeln. Erfahre mehr über:

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Häufig gestellte Fragen

In welchem Fall wird ein Komma vor ‚aber‘ gesetzt?

Im Normfall wird ein Komma vor ‚aber‘ gesetzt, wenn ‚aber‘ ein Bindewort ist. Dieses dient dazu, einen Hauptsatz einzuleiten oder einen Gegensatz aufzuzeigen.

In welchem Fall wird kein Komma vor ‚aber‘ gesetzt?

In einem Ausnahmefall wird kein Komma vor ‚aber‘ gesetzt, wenn ‚aber‘ den Zweck hat, die Satzaussage hervorzuheben. Hier ist ‚aber‘ also kein Bindewort.

Kommt ein Komma vor ‚aber auch‘?

Es kommt ein Komma vor ‚aber auch‘, wenn ‚aber‘ ein Bindewort ist, mit dem ein Haupt- oder ein Nebensatz eingeleitet wird. Die Wortkombination ‚aber auch‘ spielt für die Kommasetzung keine Rolle.

Steht ein Komma vor oder nach ‚aber‘?

Es steht immer ein Komma vor ‚aber‘, wenn das Bindewort ‚aber‘ dazu verwendet wird, einen Hauptsatz einzuleiten oder einen Gegensatz auszudrücken. Das Komma steht also nicht nach ‚aber‘.

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Özçelik, Y. (2022, 25. November). Komma vor ‚aber‘: wann du ein Komma setzen musst. Scribbr. Abgerufen am 28. November 2022, von https://www.scribbr.de/wissenschaftliches-schreiben/komma-vor-aber/

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Yasemin Özçelik

Yasemin hat einen Hintergrund in Spanischer Romanistik und Interkultureller Wirtschaftskommunikation. Wenn sie nicht gerade lektoriert und Texte schreibt, unterrichtet sie Deutsch auf allen Niveaustufen und unterstützt Lernende bei ihrem Sprachprozess.