Wortstellung für einen klaren Satzbau

Ein wissenschaftlicher Text benötigt einen klaren Satzbau. Häufig ist der Inhalt selbst bereits sehr komplex, daher sollte die Sprache zu einem guten Verständnis beitragen.

Um für einen korrekten und klaren Satzbau zu sorgen, müssen feste Regeln zur Wortstellung eingehalten werden.

Ein regulärer deutscher Satz folgt demnach meist dem Schema: SubjektPrädikatObjekt.

Übersicht der Regeln zum Satzbau
Kategorie Falsch Korrekt
HauptsatzEin Buch der Student liest.Der Student liest ein Buch.
Das Prädikat steht immer an zweiter Stelle.
NebensatzIch verlasse die Stadt, weil ich bereise die Welt.Ich verlasse die Stadt, weil ich die Welt bereise.
Bei Nebensätzen mit ungeordneten Konjunktionen steht das Prädikat am Ende.
FrageDu Brot kaufst? Kaufst du Brot?
Das Prädikat steht zu Beginn oder nach dem Fragewort.
AdverbialbestimmungIch wohne in Frankfurt ab morgen.Ich wohne ab morgen in Frankfurt.
Gebundene Adverbialbestimmungen werden von anderen Satzgliedern verlangt, freie sind optional.

Basiswissen: Subjekt, Prädikat und Objekt einfach erklärt

Deutsche Sätze setzen sich aus einzelnen Satzgliedern zusammen.

Ein einfacher Satz besteht immer aus einem Subjekt und einem Prädikat. Häufig ist auch mindestens ein Objekt enthalten.

Beispiele
Ich esse.

Ich esse einen Apfel.

Was ist ein Subjekt?

Das Subjekt trägt die Handlung des Satzes und gibt an, wer oder was eine Handlung durchführt bzw. worüber eine Aussage getroffen wird. Es wird auch als Satzgegenstand bezeichnet.

Subjekte können verschiedene Wortarten oder Zusammensetzungen von Wörtern sein. Das Subjekt steht immer im Nominativ.

Arten von Subjekten:

  • Nomen (die Frau, das Auto, die Studierenden, …)
  • Pronomen (ich, du, wir, …)
  • Nominalisierung (das Lernen, das Tanzen, das Forschen, …)
  • Eigenname (Anna, Deutschland, Scribbr, ….)

Nach dem Subjekt fragst du so: Wer oder was tut/erleidet etwas?

Was ist ein Prädikat?

Das Prädikat enthält die Handlung bzw. Beschreibung des Subjekts und drückt eine Tätigkeit aus. Es wird auch Satzaussage genannt.

Es kann aus einem einzelnen Verb (lernen, essen, denken, …) oder mehreren Verben (wird vorgestellt, kann lesen, ist gebaut worden, …) bestehen.

Nach dem Prädikat fragst du so: Was tut/erleidet das Subjekt?

Was ist ein Objekt?

Das Objekt erweitert einen Satz und ist einer Handlung ‚unterworfen‘. Es kann auch als Satzergänzung bezeichnet werden.

Diese Satzglieder können in verschiedenen Fällen stehen. Dabei wird zwischen Akkusativ, Dativ und Genitiv unterschieden.

Übersicht Objektarten
AkkusativobjektWen oder was?Anne liest ein Buch.
DativobjektWem?Anne gibt uns das Buch.
GenitivobjektWessen?Anne liest das Buch ihres Dozenten.
Beachte
Alle Satzglieder müssen zueinander in Kongruenz stehen. Das bedeutet, dass die grammatischen Merkmale der einzelnen Satzglieder übereinstimmen.

Einfacher Hauptsatz aus Subjekt, Prädikat und Objekt

Beispiel Hauptsatz

Ein Buch der Student liest.
Der Student liest ein Buch.

Erklärung Hauptsätze

Ein einfacher Satz setzt sich meist aus einem Subjekt, einem Prädikat und einem Objekt zusammen.

In der Standardsprache steht das Prädikat an zweiter Stelle.

Andere Reihenfolgen (siehe Beispiele ‚Vermeide‘) sind in der deutschen Sprache nicht falsch, jedoch unüblich. Abweichende Wortstellungen können z. B. in Gedichten oder der gesprochenen Sprache gefunden werden.

Merke
Das Prädikat steht immer an zweiter Stelle.

Weitere Beispiele zum Satzbau bei Hauptsätzen

Falsch Korrekt
Kapitel 2 die Ergebnisse präsentiert.

Präsentiert Kapitel 2 die Ergebnisse.

Die Ergebnisse Kapitel 2 präsentiert.

Präsentiert die Ergebnisse Kapitel 2.

Kapitel 2 präsentiert die Ergebnisse.

Die Ergebnisse präsentiert Kapitel 2.

Ausnahme: Infinite Verbformen

Im zweiten Kapitel wird vorgestellt die Historie des Brexits.
Im zweiten Kapitel wird die Historie des Brexits vorgestellt.

Bei einem zusammengesetzten Verb aus einem gebeugten Verb und einer infiniten Verbform kann das Prädikat getrennt werden.

Das gebeugte Verb steht immer an zweiter Position und infinite Verbformen stehen (Infinitiv und Partizip II) stets am Satzende.

Beachte
Bei längeren Satzkonstruktionen mit mehreren Nebensätzen sollten die Teile des Prädikats nicht zu weit voneinander entfernt stehen.

Gerade in wissenschaftlichen Texten, die schwierige Inhalte thematisieren, erschwert eine solche Wortstellung das Verständnis erheblich.

Der nachfolgende Abschnitt soll die Thesen, die Krüger in seinem Werk aus dem Jahr 2001 aufgestellt hat, widerlegen.

Die Lesenden erfahren so erst am Ende des Satzes die wesentlichen Informationen.

Der nachfolgende Abschnitt soll die Thesen widerlegen, die Krüger in seinem Werk aus dem Jahr 2001 aufgestellt hat.

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Satzstellung von Nebensätzen

Beispiel Nebensatz

Ich verlasse die Stadt, weil ich bereise die Welt.
Ich verlasse die Stadt, weil ich die Welt bereise.

Erklärung Nebensätze

In Nebensätzen weicht die Wortstellung von der in einfachen Hauptsätzen ab.

Werden Nebensätze von einer unterordnenden Konjunktion (weil, obwohl, damit, wenn, …) eingeleitet, verschiebt sich das Prädikat hinter das Subjekt und ggf. ein Objekt.

Bei nebenordnenden Konjunktionen (denn, oder, und, aber, …) bleibt das Prädikat an zweiter Stelle.

Merke
Bei Nebensätzen mit einer unterordnenden Konjunktion steht das Prädikat am Ende.

Weitere Beispiele zum Satzbau bei Nebensätzen

Falsch Korrekt
Er geht zur Arbeit, obwohl krank ist er.Er geht zur Arbeit, obwohl er krank ist.
Ich beginne mit der Einleitung, um zu geben eine Übersicht.Ich beginne mit der Einleitung, um eine Übersicht zu geben.
Er geht zur Arbeit, denn gesund ist er.Er geht zur Arbeit, denn er ist gesund.

Satzbau bei Fragen

Beispiel Frage

Du Brot kaufst?
Kaufst du Brot?

Erklärung Fragen

Bei Fragen steht das Prädikat in der Regel zu Beginn.

Wird die Frage mit einem Fragewort eingeleitet, steht das Prädikat nach dem Fragewort. Fragewörter sind z. B. warum, wann oder wie.

Merke
Das Prädikat steht zu Beginn der Frage oder nach dem Fragewort.

Weitere Beispiele zum Satzbau bei Fragen

Falsch Korrekt
Du in den Urlaub fährst?Fährst du in den Urlaub?
Wann du in den Urlaub fährst?Wann fährst du in den Urlaub?

Stellung bei adverbialer Bestimmung

Beispiel adverbiale Bestimmung

Ich wohne in Frankfurt ab morgen.
Ich wohne ab morgen in Frankfurt.

Erklärung adverbiale Bestimmungen

Adverbien (Umstandswörter) und adverbiale Bestimmungen aus mehreren Wörtern sind Ausdrücke, die andere Wörter oder Aussagen näher bestimmen.

Beispiele
Ich besuche dich bald.

Morgen fahre ich nach Hause.

Mit Vergnügen nehme ich sogleich Ihre Einladung zum Abendessen an.

Sie kommen in vielen Formen vor und sind in den meisten Sätzen enthalten. Sie können im Satz weitgehend frei verschoben werden, was unterschiedliche Betonungen zur Folge haben kann.

Je nach Art der adverbialen Bestimmung sind manche Stellungen allerdings unzulässig oder stilistisch unpassend.

Arten von Adverbialbestimmungen
Gebundene Adverbialbestimmungen… werden von anderen Satzgliedern verlangt.

Beispielsweise erfordert das Tätigkeitswort ‚wohnen‘ die Angabe eines Ortes: Man wohnt nicht irgendwie, sondern man wohnt an einem Ort.

Beispiel: Ich wohne in Berlin.

Freie Adverbialbestimmungen… sind nicht zwingend notwendig.

Sie stehen vor der gebundenen Adverbialbestimmung.

Beispiel: Ich wohne ab morgen (frei) in Berlin (gebunden).

Merke
Gebundene Adverbialbestimmungen werden von anderen Satzgliedern verlangt, freie sind optional.

Weitere Beispiele zum Satzbau bei adverbialen Bestimmungen

Falsch Korrekt
Ich wohne in Berlin ab morgen.Ich wohne ab morgen in Berlin.
Ich tränke den Putzlappen mit Spiritus in meiner Hand.Ich tränke den Putzlappen in meiner Hand mit Spiritus.
Ein Werbeträger ist entweder beispielsweise für den gewünschten Zeitraum verfügbar oder nicht verfügbar.Ein Werbeträger ist beispielsweise entweder für den gewünschten Zeitraum verfügbar oder nicht verfügbar.
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Häufig gestellte Fragen

Was versteht man unter Satzbau?

Unter Satzbau versteht man im Deutschen die Stellung der einzelnen Satzglieder innerhalb eines Satzes.

Satzglieder sind beispielsweise das Subjekt, das Prädikat und das Objekt.

Wie bildet man einen einfachen Satz?

Einen einfachen Hauptsatz bildet man mit einem Subjekt und einem Prädikat. Diese sind fester Bestandteil in jedem Satz.

Beispiel: Ich (Subjekt) esse (Prädikat).

Häufig kommt auch noch ein Objekt hinzu.

Beispiel: Ich esse einen Apfel (Objekt).

Was ist Subjekt, Prädikat und Objekt in einem Satz?

Subjekt, Prädikat und Objekt sind die einzelnen Satzglieder eines deutschen Satzes.

Dabei führt das Subjekt die Handlung aus und das Prädikat beschreibt diese Tätigkeit.

Das Objekt erweitert den Satz und kann als Akkusativobjekt, Dativobjekt oder Genitivobjekt verwendet werden.

Wie erkenne ich das Subjekt, Prädikat und Objekt?

Die einzelnen Satzglieder kannst du mithilfe verschiedener Fragen identifizieren.

Subjekt: Wer oder was tut/erleidet etwas?
Prädikat: Was tut/erleidet das Subjekt?
Objekt: Wen oder was? (Akkusativobjekt), Wem? (Dativobjekt), Wessen? (Genitivobjekt)

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Mandy Theel

Hi, ich bin Mandy und habe bereits eine Bachelor- und Masterarbeit sowie zahlreiche Hausarbeiten geschrieben. Seit meinem Masterabschluss liegt es mir am Herzen, meine Erfahrungen zu teilen und Studierenden im Studium zu helfen. Falls du Fragen hast, hinterlasse mir gerne einen Kommentar.

1 Kommentar

Michel Pawus
21. November 2018 um 13:26

War super! Danke ♥

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