Anführungszeichen – Regeln für wissenschaftliche Arbeiten

Anführungszeichen, auch ‚Gänsefüßchen‘ genannt, sind Satzzeichen, die dem Kennzeichnen von Wörtern oder Textpassagen dienen.

Anführungszeichen werden verwendet, um die folgenden Sachen zu kennzeichnen:

  • Direkte Rede und Zitate
  • Zitate in Zitaten
  • Begriffe
  • Titel von Büchern, Filmen und Zeitschriften
  • Zitierte Überschriften
  • wissenschaftlich unübliche Bezeichnungen (wie Umgangssprache)

Unterschiedliche Anführungszeichen

Damit du die Gänsefüßchen in deiner Abschlussarbeit richtig setzt, geben wir dir hier einen Überblick über die unterschiedlichen Anführungszeichen.

Übersicht Anführungszeichen
BezeichnungVerwendungszweck
„ “Deutsche AnführungszeichenDirekte Zitate bzw. wörtliche Rede; Titel von Büchern, Filmen, Zeitschriften
‚ ‘Einfache AnführungszeichenZitat im Zitat; Hervorhebungen
“ ”Englische AnführungszeichenZitate in Abschlussarbeiten, die in amerikanischem Englisch verfasst sind
‘ ’Einfache englische AnführungszeichenZitate und Hervorhebungen in Abschlussarbeiten, die in britischem Englisch verfasst sind
« »Französische AnführungszeichenZitate in französischen oder schweizerhochdeutschen Abschlussarbeiten
‹ ›Einfache französische AnführungszeichenHervorhebungen in französischen oder schweizerhochdeutschen Abschlussarbeiten
“ „ZollzeichenNur für Größenangaben

Deutsche Anführungszeichen „Unten und Oben“

In wissenschaftlichen Arbeiten werden doppelte Anführungszeichen für die Wiedergabe von direkten Zitaten bzw. wörtlicher Rede verwendet.

Doppelte Anführungszeichen im Deutschen können mit einer einfachen Eselsbrücke richtig gesetzt werden: 99 unten und 66 oben.

Das bedeutet, dass das öffnende Anführungszeichen unten steht und wie zwei tiefgestellte Neunen aussieht. Das schließende Anführungszeichen steht oben und ähnelt zwei hochgestellten Sechsen.

Beispiel Anführungszeichen: „Unten und Oben“
Interviewpartner A merkte an: „Dieser These stimme ich nicht zu“.

Die doppelten Anführungszeichen werden außerdem für zitierte Überschriften und Titel von Büchern, Filmen oder Zeitschriften verwendet.

Beispiel Anführungszeichen: Überschriften
Das Zitat stammt aus dem Film „Titanic“.

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Einfache Anführungszeichen ‚Unten und Oben‘

Einfache (oder halbe) Anführungszeichen nutzt man in wissenschaftlichen Arbeiten hauptsächlich für ein Zitat im Zitat oder für die Hervorhebung von Begriffen.

Zitat im Zitat

Wenn also ein zitierter Text ein direktes Zitat, wörtliche Rede oder Begriffe in doppelten Anführungszeichen enthält, so wandelst du diese in einfache Anführungszeichen um.

Beispiel Anführungszeichen: Zitat im Zitat
„Man fragt sich, warum Aristoteles, der ‚philosophierende Biologe‘ (Mayr 1982, S. 152), Wachstumsprozesse nicht im Sinne von Reifungstheorien interpretiert hat“ (Schurz, 2011, S. 12).

Begriffe erklären

Weiterhin können sie für die Einführung und das Übersetzen von Begriffen, aber auch für das Hervorheben von unüblichen bzw. ‚uneigentlichen‘ Ausdrücken eingesetzt werden.

Beachte

Wenn du ein fremdsprachliches Wort oder einen wichtigen Fachbegriff hervorheben möchtest, ist die Kursivschrift dafür geeignet.

Zu viele Anführungszeichen stören oft das Schriftbild. Gehe daher möglichst sparsam mit ihnen um und verwende sie nur, wenn es wirklich nötig ist.

Englische Anführungszeichen “Oben und Oben”

Die englischen Anführungszeichen (quotation marks) folgen dem Prinzip: 66 oben und 99 oben. Anders als die deutschen Gänsefüßchen, werden sie nur oben gesetzt.

Beispiel englische Anführungszeichen
Dawkins states that “evolution is a fact, and this book will demonstrate it” (2009, S. 9).

Es gibt jedoch Unterschiede zwischen den Anführungszeichen im amerikanischen und britischen Englisch.

Amerikanische Anführungszeichen

Im amerikanischen Englisch ist die Regel wie im Deutschen: Für direkte Rede werden doppelte Anführungszeichen und für Zitate im Zitat einfache Anführungszeichen (single quotation marks) genutzt. Beide werden jedoch oben gesetzt.

Beispiel amerikanische Anführungszeichen
He told me, “My mum said, ‘You are not allowed to go out tonight!’. I was very angry.”

Britische Anführungszeichen

Im britischen Englisch ist es genau umgekehrt. Du nutzt bei wörtlichen Zitaten einfache Anführungszeichen, sogenannte inverted commas. Für Zitate innerhalb eines Zitats verwendet man hingegen doppelte Anführungszeichen (double quotation marks).

Beispiel britische Anführungszeichen
He told me, ‘My mum said, “You are not allowed to go out tonight!”. I was very angry.’

Beachte

Viele Studierende verwechseln englische Anführungszeichen mit den Zollzeichen („…“), da diese oft auf alten Tastaturen oder mit der Tastenkombination Shift + 2 auftauchen, wenn du nicht in Word arbeitest.

Wenn du dir nicht sicher bist, kannst du dir immer wieder unsere Eselsbrücke anschauen: 66 oben 99 oben.

Französische Anführungszeichen «Guillemets»

Die französischen Anführungszeichen nennt man auch Guillemets. Guillemets stellt man in Form von spitzen Klammern dar.

Sie werden in Frankreich und in der Schweiz genutzt, sind aber auch in anderen romanischen Sprachen anzutreffen. Dort findet man sie auf der Tastatur.

Im Französischen und Schweizerhochdeutschen zeigen die Spitzen der Guillemets nach außen.

Beispiel französische Anführungszeichen
«Wäre die Schweiz flach wie ein Pfannkuchen, wäre sie größer als Preußen» (Goethe, 1803).

Die Regeln für die Verwendung der einfachen und doppelten Guillemets entsprechen denen der deutschen Anführungszeichen: Doppelte Guillemets werden für direkte Zitate und einfache Guillemets (‹…›) für Zitate in Zitaten oder eigene Hervorhebungen gesetzt.

Beachte

Man findet Guillemets übrigens auch in deutschen Texten, vor allem in Zeitschriften oder Romanen. Sie gelten als leichter lesbar, da sie ein ‚ruhigeres‘ Satzbild erzeugen.

Allerdings zeigen die Spitzen der Guillemets in deutschen Texten nach innen. Wir empfehlen dir aber, in deutschen wissenschaftlichen Arbeiten keine Guillemets, sondern deutsche Anführungszeichen zu verwenden.

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Daniela Welsch

Daniela hat Geografie, Geologie und Psychologie in Berlin studiert. Zurzeit ist sie Doktorandin an der Universität Helsinki. Vom Korrigieren wissenschaftlicher Abschlussarbeiten kann sie gar nicht genug bekommen.

1 Kommentar

Daniela Welsch
Daniela Welsch (Scribbr-Team)
23. November 2018 um 17:26

Danke fürs Lesen! Ich hoffe dieser Artikel hat dir weitergeholfen. Hast du noch eine Frage? Hinterlasse einen Kommentar und ich werde mich so schnell wie möglich bei dir zurückmelden.

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