Direkte Zitate in der wissenschaftlichen Arbeit

Als direktes Zitat bezeichnet man die unveränderte Übernahme von Wörtern, Sätzen oder Textpassagen aus anderen akademischen Texten.

Ein direktes Zitat wird in Anführungszeichen gesetzt und kann dir in deiner Abschlussarbeit helfen, deine eigene Argumentation mit der von Wissenschaftlern zu untermauern.

Wichtig ist nur, dass du die Quelle inkl. Seitenzahl des direkten Zitats mit angibst, sodass deine Lesenden nachvollziehen können, von wo es stammt.

Beispiel: Direktes Zitat laut APA
  • Ein einheitlicher Zitierstil ist wichtig (Müller & Neuer, 2019, S. 23).

Das ist ein direktes Zitat

Bei einem direkten Zitat kannst du den Originaltext aus einer anderen Quelle Wort für Wort übernehmen und in Anführungszeichen setzen. Wenn du die Aussage in deine eigenen Worte umformulierst, handelt es sich nämlich um ein indirektes Zitat bzw. eine Paraphrase.

Du kannst einzelne Wörter direkt zitieren, aber auch Sätze und ganze Textpassagen können übernommen werden. Diese solltest du in deinen eigenen Text möglichst fließend einbauen.

Beispiel: Direktes Zitat in einen Satz einbauen
  • Die Studie von Müller und Neuer (2019) ergab, dass der richtigen Zitierweise eine enorme Wichtigkeit zugeordnet wird“ (S. 23).

Wichtig ist bei direkten Zitaten jedoch vor allem die Quellenangabe. Stelle sicher, dass du den Verfasser der Originalquelle sowie die Seitenzahl des Zitats richtig zitierst und somit kein Plagiat begehst.

Dafür werden direkte Zitate eingesetzt

Direkte Zitate sind wichtig, um in deiner wissenschaftlichen Arbeit zu zeigen, dass du dich mit der Literatur intensiv auseinandergesetzt hast.

Anhand von direkten Zitaten kannst du

  • genaue Definitionen angeben,
  • deine Argumente mit denen von anderen Forschenden belegen,
  • die Meinung und den Sprachstil von anderen Forschenden herausstellen,
  • Formulierungen übernehmen, die sich sinngemäß nicht anders beschreiben lassen.
Beachte
Gehe sparsam mit direkten Zitaten um und stelle sicher, dass du sie auch erklärst, damit es nicht so aussieht, als hättest du deine Arbeit nur zusammenkopiert. Du solltest hauptsächlich auf Paraphrasen zurückgreifen.
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Direkte Zitate richtig zitieren

Um kein Plagiat zu begehen und zu kennzeichnen, dass diese Worte nicht von dir stammen, muss hinter direkten Zitaten eine Quellenangabe stehen.

Quellenangaben für direkte Zitate im Text sollten die folgenden Elemente enthalten:

  • Anführungszeichen um den genauen Wortlaut,
  • Nachname des Autors,
  • Erscheinungsjahr des Werkes,
  • Seitenzahl.

So unterscheiden sich die Quellenangaben im Text bei den verschiedenen Zitierstilen:

  • APA-Standard: „Ein einheitlicher Zitierstil ist wichtig“ (Müller & Neuer, 2019, S. 23).
  • Harvard-Zitierweise: „Ein einheitlicher Zitierstil ist wichtig“ (Müller/Neuer 2019: 23).
  • Deutsche Zitierweise: „Ein einheitlicher Zitierstil ist wichtig“1.

Besonderheiten bei direkten Zitaten

Wenn du Zitate Wort für Wort von einem anderen Autor übernimmst, gibt es einige Besonderheiten zu beachten.

Rechtschreibfehler

Enthält dein direktes Zitat bereits in der Originalquelle einen Rechtschreib- oder Grammatikfehler, kannst du diesen übernehmen und dahinter das Kürzel [sic] setzen.

Beispiel
  • „Ein einheitliches [sic] Zitierstil ist wichtig“ (Müller & Neuer, 2019, S. 23).

Hervorhebungen

Du kannst auch ein bestimmtes Wort oder einen Ausdruck in deinem direkten Zitat hervorheben, wenn du ein besonderes Augenmerk darauf legen möchtest. Das kannst du fett gedruckt und mit einer kleinen Notiz machen.

Beispiel
  • „Ein einheitlicher Zitierstil ist wichtig“ (Müller & Neuer, 2019, S. 23: Hervorhebung der Autorin).

Auslassungen

Es kann sein, dass du bspw. nur Anfang und Ende eines Satzes zitieren möchtest, da dieser dein Argument gut unterstützt, jedoch nicht alle Wörter relevant sind. Dann kannst du bestimmte Teile auslassen und diese mit dem Kürzel […] kennzeichnen.

Beispiel
  • „Ein […] Zitierstil ist wichtig“ (Müller & Neuer, 2019, S. 23).
Beachte
Stelle sicher, dass der Satz weiterhin Sinn ergibt und du Aussagen nicht aus dem Kontext reißt.

Zitat einrücken

Geht ein direktes Zitat über 40 Wörter hinaus, sollte es für einen besseren Lesefluss eingerückt werden.

Lange Zitate einrücken:

  1. Rücke das Zitat rechts und links mindestens 1 Zentimeter ein.
  2. Verringere dafür die Schriftgröße (in der Regel auf 10) und den Zeilenabstand (einzeilig).
  3. Entferne die Anführungszeichen.
  4. Füge deine Quellenangabe ein.
Beispiel
  • In wissenschaftlichen Arbeiten wird das Gedankengut anderer Forscher als Grundlage für die eigene Untersuchung verwendet. Dies kann in Paraphrasen oder direkten Zitaten geschehen.
  • Als direktes Zitat bezeichnet man die unveränderte, wörtliche Übernahme von Wörtern, Sätzen oder Textpassagen aus anderen akademischen Texten. Ein direktes Zitat wird in Anführungszeichen gesetzt und kann dir in deiner Abschlussarbeit helfen, deine eigene Argumentation mit der von Wissenschaftlern zu untermauern. (Müller & Neuer, 2019, S. 23)

Zitieren vs. paraphrasieren

Direkte Zitate können die Argumente in deiner wissenschaftlichen Arbeit zwar gut belegen, sollten jedoch nicht zu häufig gebraucht werden. Greife öfter auch mal zur Paraphrase, um zu beweisen, dass du ein gutes Verständnis deiner Quellen hast.

Wir haben dir die Vorteile des direkten Zitierens und des Paraphrasierens zusammengefasst:

ZitierenParaphrasieren
Du kannst genaue Definitionen angeben.Du zeigst, dass du den Text verstanden hast.
Sprache und Stil eines Autors können beschrieben werden.Deine eigene Stimme bleibt in deiner Arbeit vorherrschend.
Argumente können präzise belegt werden.Zu viele direkte Zitate beeinflussen die Lesbarkeit deiner Arbeit.
Tipp
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Franziska Pfeiffer

Franzi hat ihren Bachelor in Publizistik und Kommunikation in Berlin abgeschlossen und steht nun kurz vor den Masterabschluss. Sie kennt sich besonders gut mit den verschiedenen Forschungsmethoden aus und schreibt leidenschaftlich gerne Artikel, die anderen Studierenden zum Abschluss verhelfen.

8 Kommentare

Tim
19. Juni 2020 um 23:46

Hallo liebes Scribbr-Team,

wie gehe ich vor, wenn in der Originalquelle Anführungszeichen am Anfang des Satzes stehen?

Ein Beispiel wäre wenn ich folgenden Satz direkt zitieren möchte:

"Sabine" gilt das bislang stärkste Tiefdruckgebiet.

LG Tim

Antworten

Annika Heinemeyer
Annika Heinemeyer (Scribbr-Team)
22. Juni 2020 um 13:16

Hallo Tim,
vielen Dank für deine Frage. In dem Fall kannst du, wie in einem Zitat im Zitat, die doppelten Anführungszeichen aus der Originalquelle in einfache Anführungszeichen umändern. :) Ich hoffe, dass ich dir weiterhelfen konnte!

Antworten

Tim Coors
25. Juni 2020 um 01:22

Hallo Annika,

vielen Dank, das hat mir weitergeholfen!

Ich habe noch eine andere Frage:
Wenn ich zu Beginn eines direkten Zitates (…) setzte und es dann also kleingeschrieben danach weitergeht, wie gehe ich dann vor?
Eigentlich müsste ich ja gemäß Rechtschreibregeln nach dem Doppelpunkt großschreiben.

LG Tim

Antworten

Annika Heinemeyer
Annika Heinemeyer (Scribbr-Team)
30. Juni 2020 um 13:10

Hallo Tim,
vielen Dank für deine Frage. Die Groß- und Kleinschreibung des ersten Buchstabes darf bei direkten Zitaten angepasst werden, sodass er zu dem Rest deines Textes passt. :)

Antworten

Madeleine
11. Juni 2020 um 20:31

Hallo,
wie zitiere ich ein direktes Zitat korrekt, wenn im Originaltext eckige Klammern vorkommen? Beispielsweise würde Ich gerne eine Definition aus dem Duden als Direktzitat angeben. Das Original lautet:
"Gesamtheit sittlicher Normen und Maximen, die einer [verantwortungsbewussten] Einstellung zugrunde liegen" (Definition der Ethik von duden.de, aufgelistet als zweite Bedeutung)
Bisher habe ich eckige Klammern verwendet um Direktzitate in meinen Satz grammatikalisch einzubinden, z.B. durch Hinzufügen, Abändern, Auslassen eines Wortes/mehrerer Wörter, entsprechend durch die Klammern gekennzeichnet.
Vielen Dank und viele Grüße, Madeleine

Antworten

Annika Heinemeyer
Annika Heinemeyer (Scribbr-Team)
19. Juni 2020 um 16:59

Hallo Madeleine,
vielen Dank für deine Frage. Du könntest das Zitat im Grunde genommen so mit der Klammer übernehmen. Um allerdings Missverständnisse zu vermeiden, kannst du dies in deinem Quellenverweis kenntlich machen. Nach APA würde das z. B. so aussehen (Autor, Jahr, Klammer im Original). Ich hoffe, dass ich dir weiterhelfen konnte. :)

Antworten

Flora
28. Mai 2020 um 21:54

Hallo, danke für den Beitrag.
Wie soll man es denn bei einem langen Zitat handhaben, bei einem folgenden Satz. Soll man den Einrücken oder nicht-eingerückt anfangen?

Liebe Grüße
Flora

Antworten

Annika Heinemeyer
Annika Heinemeyer (Scribbr-Team)
29. Mai 2020 um 13:26

Hallo Flora,
vielen Dank für deine Frage. Nur das Zitat, also in dem Fall das Blockzitat, wird eingerückt. Ab dem folgenden Satz kannst du deinen Fließtext ganz normal formatiert fortführen. Ich hoffe, dass ich dir weiterhelfen konnte. :)

Antworten

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