Paraphrasieren: Indirekte Zitate richtig verwenden

Unter ‚Paraphrasieren‘ versteht man die Wiedergabe einer fremden Idee in eigenen Worten.

Paraphrasieren ist die Alternative zum direkten Zitieren und wird daher auch als ‚indirektes Zitieren‘ bezeichnet. Es wird empfohlen, um zu zeigen, dass du eine Quelle verstanden hast.

Wichtig beim Paraphrasieren ist, dass du …

  • … den Text in deine eigenen Worte umschreibst.
  • … den Inhalt des Textes nicht veränderst.
  • … die Quelle richtig zitierst.
Beispiel: Paraphrasieren
  • Originale Textpassage: „Sechzig Prozent der Studierenden haben ihre Kenntnisse der Zitierregeln letztes Jahr verbessert“ (Müller, 2020, S. 7).
  • Paraphrase: Im Jahr 2019 haben Hochschulen bei Studierenden eine erhebliche Verbesserung des Wissens über Zitierregeln bemerkt (Müller, 2020, S. 7).

Das kannst du paraphrasieren bzw. indirekt zitieren

Paraphrasen sind ein Merkmal der wissenschaftlichen Vorgehensweise. Du zeigst, dass du deine Literaturrecherche gründlich durchgeführt hast und dich in deinen eigenen Worten zu Theorien und Konzepten äußern kannst.

Eine Paraphrase wird auch ein indirektes Zitat genannt. Anders als beim direkten Zitat gibst du Inhalte indirekt in eigenen Worten wieder.

Beim Paraphrasieren kannst du …

  • einzelne Sätze umformulieren,
  • ganze Textpassagen in kürzeren Paraphrasen wiedergeben,
  • ganze Werke oder Theorien zusammenfassen.
Tipp
Generell solltest du in deiner wissenschaftlichen Arbeit bevorzugt Paraphrasen bzw. indirekte Zitate verwenden. Damit zeigst du, dass du die Quelle verstanden hast.

Richtig paraphrasieren in 5 Schritten

Beim Paraphrasieren ist es manchmal schwierig, nicht zu nah an der Originalquelle zu bleiben.

Um Plagiat zu vermeiden, kannst du diesen 5 Schritten folgen:

  1. Lies dir die Textpassage mehrmals durch, um sie richtig zu verstehen.
  2. Notiere dir die wesentlichen Konzepte.
  3. Schreibe deine Version des Textes auf, ohne auf das Original zu schauen.
  4. Vergleiche deinen paraphrasierten Text mit dem Original und passe ggf. zu ähnliche Formulierungen an.
  5. Füge die entsprechende Quellenangabe hinzu.
Beispiel: Richtig paraphrasieren
  • Originale Textpassage: „Ein einheitlicher Zitierstil ist wichtig“ (Neumann, 2018, S. 10).
  • Richtige Paraphrase: Neumann (2020, S. 10) betont die Notwendigkeit eines konsistenten Zitierstils.
  • Falsche Paraphrase: Laut Neumann (2020, S. 10) ist ein einheitlicher Zitierstil wichtig.
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Paraphrasen im Text angeben

Obwohl du beim Paraphrasieren keine Ideen Wort für Wort übernimmst, ist es trotzdem wichtig, dass du die Quelle angibst, aus der du die Informationen entnommen hast. So stellst du eine wissenschaftliche Arbeitsweise sicher.

Mit der Quellenangabe im Text kann deine Leserschaft die vollständige Quellenangabe im Literaturverzeichnis wiederfinden. Alles fremde Gedankengut muss gekennzeichnet werden, um Plagiat zu vermeiden.

Die Quellenangaben im Text für Paraphrasen unterscheiden sich je nach Zitierstil.

Beispiele: Quellenangaben im Text in verschiedenen Zitierstilen
APA-Standard (Müller, 2020, S. 7)
Harvard-Zitierweise (vgl. Müller 2020: 7)
Deutsche Zitierweise 1Vgl. Müller, Thomas: Quellen richtig zitieren und belegen: Eine Anleitung, 2. Aufl., München, Deutschland: Scribbr, 2020, S. 7.
MLA-Stil (Müller 7)

Um eine Paraphrase bzw. ein indirektes Zitat zu kennzeichnen, wird bei einigen Zitierweisen die Abkürzung ‚vgl.‘ (vergleiche) verwendet.

Bei Verweisen in APA-Standard ist es nicht zwingend notwendig eine Seitenzahl zu nennen. Es kann der Leserschaft jedoch helfen, deine Quelle ausfindig zu machen.

Narrative Paraphrase und Paraphrase in Klammern

Wenn du indirekt zitierst, hast du verschiedene Möglichkeiten die Quelle im Text zu integrieren.

Beispiel: Paraphrase in Klammern und narrative Paraphrase
Paraphrase in Klammern Im Jahr 2018 haben Hochschulen bei Studierenden eine erhebliche Verbesserung des Wissens über Zitierregeln bemerkt (Müller, 2019, S. 7).
Narrative Paraphrase Laut Müller (2019, S. 7) haben Hochschulen im Jahr 2018 bei Studierenden eine erhebliche Verbesserung des Wissens über Zitierregeln bemerkt.

oder auch

Im Jahr 2019 haben laut Müller (S. 7) Hochschulen bei Studierenden eine erhebliche Verbesserung des Wissens über Zitierregeln bemerkt.

Mehrere Werke paraphrasieren

Es kann vorkommen, dass du in einem Abschnitt mehrere Werke zusammenfassen möchtest.

Dann kannst du die Autoren in alphabetischer Reihenfolge auflisten und mit Semikolons voneinander trennen.

Beispiel: Mehre Werke paraphrasieren
  • Im Jahr 2018 haben Hochschulen bei Studierenden eine erhebliche Verbesserung des Wissens über Zitierregeln bemerkt (Hummels, 2015, S. 23; Müller, 2019, S. 7; Neuer, 2020, S. 33).

Lange Paraphrasen integrieren

Es kann vorkommen, dass eine Paraphrase mehrere Sätze lang ist. Wenn du beispielsweise ein Konzept oder einen wissenschaftlichen Text zusammenfasst.

Nenne dann den Verweis im Text bei der ersten Erwähnung. Solange es für deine Leserschaft eindeutig ist, dass es sich um dieselbe Quelle handelt, brauchst du die Quellenangabe nicht wiederholen.

Sobald ein neuer Paragraf beginnt oder eine andere Quelle hinzugezogen wird, musst du die Quelle erneut angeben.

Beispiel lange Paraphrasen

In einer Studie von Müller und Neuer (2019, S. 7) wurde offengelegt, dass die Mietpreise innerhalb des europäischen Wirtschaftsraumes in den vergangenen zehn Jahren um durchschnittlich 9 Prozent und in europäischen Großstädten um 17 Prozent gestiegen sind. Die Studie hebt allerdings hervor, dass die Ausgabebereitschaft hingegen nur um 12 Prozent gewachsen ist. Diese Differenz führt zu einer unterschiedlichen Wahrnehmung der Preise auf dem Land und in der Stadt (Reus, 2020, S. 22). Es wird außerdem deutlich, dass potenzielle Wohnungskaufende oft den tatsächlichen Preis einer Immobilie falsch einschätzen (Schmitt, 2005, S.90). Ein Grund dafür ist, dass die gegenwärtige Berichterstattung über die Preisentwicklung auf dem Immobilienmarkt falsche Darstellungen enthält (Schmitt, 2005, S. 90; Müller & Neuer, 2019, S. 7). Die Studie von Müller und Neuer (2019, S. 7) über den europäischen Immobilienmarkt suggeriert daneben einen anderen Grund, nämlich die fehlende Intervention nationaler Regierungen und der Europäischen Union. Die Institutionen üben keinen Einfluss auf den Wohnungsmarkt aus. Müller und Neuer gehen in ihrer Studie weiterhin auf die sogenannten Mietpreisbremsen ein, die in mehreren europäischen Ländern durchgesetzt wurden, und unterstreichen ihre häufig nicht vorhandenen Auswirkungen.

Tipps zum Paraphrasieren

Eine Idee in eigenen Worten zu schreiben, kann schwierig sein, besonders wenn du keine anderen Worte für eine Aussage finden kannst.

Wir haben 4 Tipps für dich zusammengestellt, die dir das Paraphrasieren einfacher machen.

Tipps fürs Paraphrasieren:

  • Beginne dein indirektes Zitat von einem anderen Standpunkt als die Quelle z. B. durch Ändern der Reihenfolge der Informationen.
  • Verwende Synonyme, achte jedoch darauf, Fachbegriffe stets präzise zu verwenden.
  • Verändere die Satzstruktur z. B. von Aktiv zu Passiv oder durch Nominalisierungen.
  • Nutze Umformulierungen und teile die Informationen auf mehrere Sätze auf oder fasse sie in wenigen zusammen.

Paraphrasieren vs. zitieren

Häufig steht man vor der Frage, ob eher eine Paraphrase oder ein direktes Zitat angebracht wäre. In wissenschaftlichen Arbeiten solltest du jedoch deutlich öfter zur Paraphrase greifen, denn du musst beweisen, dass du ein gutes Verständnis deiner Quellen hast.

Wir haben dir die Vorteile des direkten Zitierens und des Paraphrasierens zusammengefasst.

Übersicht zitieren vs. paraphrasieren
Paraphrasieren Zitieren
Du zeigst, dass du den Text verstanden hast. Du kannst genaue Definitionen angeben.
Deine eigene Stimme bleibt in deiner Arbeit vorherrschend. Sprache und Stil einer Person können beschrieben werden.
Paraphrasen vereinfachen den Lesefluss. Argumente können präzise belegt werden.

Mehr zu zitieren vs. paraphrasieren

Plagiat vermeiden

Beim Paraphrasieren musst du besonders darauf aufpassen sein, Plagiat zu vermeiden.

Das kann vorkommen, wenn der paraphrasierte Text zu nah am originalen Text ist oder du vergisst identische Teile als direkte Zitate in Anführungszeichen zu setzen. Zudem musst du immer die Quellenangabe hinzufügen.

Mit einer Plagiatsprüfung kannst du feststellen, ob du alle Quellen korrekt zitiert hast. Dein Text wird dabei mit einer großen Datenbank verschiedenster Quellen verglichen. Stellen, die zu nah am Original sind, werden markiert. Du kannst diese anschließend umformulieren.

Häufig gestellte Fragen

Was ist eine Paraphrase?

Eine Paraphrase ist die Wiedergabe einer fremden Idee in eigenen Worten. Das Paraphrasieren wird in wissenschaftlichen Arbeiten empfohlen, um zu zeigen, dass du eine Quelle verstanden hast.

Ist eine Paraphrase dasselbe wie ein indirektes Zitat?

Ja, eine Paraphrase ist dasselbe wie ein indirektes Zitat. Bei beiden gibst du die Quelle in eigenen Worten wieder.

Was ist der Unterschied zwischen einem direkten Zitat und einer Paraphrase?

Bei einer Paraphrase gibst du Ideen anderer in eigenen Worten wieder. Bei direkten Zitaten wird der Text jedoch wortwörtlich übernommen.

Beide Arten benötigen eine Quellenangabe im Text, damit deine Leserschaft deine Informationen nachvollziehen kann.

Wie sieht die Quellenangabe einer Paraphrase aus?

Die Quellenangabe von Paraphrasen unterscheidet sich je nach Zitierstil.

Beim APA-Standard sieht sie beispielsweise so aus: (Müller, 2020, S. 7). Wenn du die Harvard-Zitierweise verwendest, ist wie folgt: (vgl. Müller 2020: 7).

Weitere Beispiele findest du in unserem Artikel zum Paraphrasieren.

Wie kann ich Plagiat beim Paraphrasieren vermeiden?

Um sicherzustellen, dass du kein Plagiat beim Paraphrasieren zu begehen, kannst du einige Tipps befolgen. Unter anderem kannst du Synonyme nutzen oder im Sätze zusammenfassen.

Mithilfe einer Plagiatsprüfung kannst du anschließend feststellen, ob dein Text Stellen enthält, die zu nah an der Originalquelle sind. Diese werden markiert und du kannst sie anschließend umformulieren.

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Franziska Pfeiffer

Franzi hat ihren Bachelor in Publizistik und Kommunikation in Berlin abgeschlossen und steht nun kurz vor den Masterabschluss. Sie kennt sich besonders gut mit den verschiedenen Forschungsmethoden aus und schreibt leidenschaftlich gerne Artikel, die anderen Studierenden zum Abschluss verhelfen.