Paraphrasieren in wissenschaftlichen Arbeiten mit Beispielen

Unter Paraphrasieren versteht man die Wiedergabe einer fremden Idee in eigenen Worten.

Paraphrasieren ist die Alternative zum direkten Zitieren und wird in wissenschaftlichen Arbeiten empfohlen, um zu zeigen, dass du eine Quelle verstanden hast.

Wichtig beim Paraphrasieren ist, dass…

  • … der Text in deine eigenen Worte umgeschrieben ist.
  • … der Inhalt des Textes sich nicht verändert hat.
  • … die Quelle korrekt zitiert wurde.
Beispiel: Paraphrasieren
  • Original Textpassage: „60 % der Studierenden haben ihre Kenntnisse der Zitierregeln im Jahr 2018 verbessert.“ (Müller, 2019, S. 7)
  • Paraphrase: Letztes Jahr haben Unis bei ihren Studierenden eine erhebliche Verbesserung des Wissens über Zitierregeln bemerkt (Müller, 2019, S. 7).

Das kannst du paraphrasieren

Paraphrasen sind ein Merkmal der wissenschaftlichen Vorgehensweise. Du zeigst, dass du deine Literaturrecherche gründlich durchgeführt hast und dich in deinen eigenen Worten zu Theorien und Konzepten äußern kannst.

Die gängigste Art der Paraphrasierung ist die ganzer Textpassagen. Oft beschreiben Autoren oder Autorinnen Konzepte in großem Detail und mit langen Absätzen. Diese kannst du in kürzeren Paraphrasen in deinen eigenen Worten wiedergeben.

Du kannst auch einzelne Sätze von anderen Forschenden paraphrasieren. Das ist oft am schwierigsten, denn du musst dir eine ganz neue Formulierung überlegen, die dennoch den gleichen Inhalt vermittelt.

Du hast außerdem die Möglichkeit, ganze Werke zu paraphrasieren. Dabei handelt es sich dann aber eher um eine Zusammenfassung.

Richtig paraphrasieren in 5 Schritten

Beim Paraphrasieren ist es manchmal schwierig, nicht zu nah an der Originalquelle zu bleiben. Um Plagiat zu vermeiden, kannst du diesen 5 Schritten folgen:

  1. Lies dir die Textpassage mehrmals durch, um sie richtig zu verstehen.
  2. Notiere dir die wesentlichen Konzepte.
  3. Schreibe deine Version des Textes auf, ohne auf das Original zu schauen.
  4. Vergleiche deinen paraphrasierten Text mit dem Original und passe ggf. zu ähnliche Formulierungen an.
  5. Füge die entsprechende Quellenangabe hinzu.
Beispiel: Richtig paraphrasieren
  • Original Textpassage: „Ein einheitlicher Zitierstil ist wichtig“ (Neumann, 2018, S. 10)
  • Richtige Paraphrase: Neumann (2018, S. 10) betont die Notwendigkeit eines konsistenten Zitierstils.
  • Falsche Paraphrase: Laut Neumann (2018, S. 10) ist ein einheitlicher Zitierstil wichtig.
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Paraphrasen im Text angeben

Obwohl du beim Paraphrasieren keine Ideen Wort für Wort übernimmst, ist es trotzdem wichtig, dass du die Quelle angibst, aus der du die Informationen entnommen hast. So stellst du eine wissenschaftliche Arbeitsweise sicher.

Mit der Quellenangabe im Text und im Literaturverzeichnis kennzeichnest du außerdem fremdes Gedankengut und vermeidest Plagiat.

So unterscheiden sich die Quellenangaben im Text bei den verschiedenen Zitierstilen:

  • APA-Standard: Letztes Jahr haben Unis bei ihren Studierenden eine erhebliche Verbesserung des Wissens über Zitierregeln bemerkt (Müller, 2019, S. 7).
  • Harvard-Zitierweise: Letztes Jahr haben Unis bei ihren Studierenden eine erhebliche Verbesserung des Wissens über Zitierregeln bemerkt (vgl. Müller 2018: 7).
  • Deutsche Zitierweise: Letztes Jahr haben Unis bei ihren Studierenden eine erhebliche Verbesserung des Wissens über Zitierregeln bemerkt1.

Paraphrasieren vs. zitieren

Häufig steht man vor der Frage, ob eher eine Paraphrase oder ein direktes Zitat angebracht wäre. In wissenschaftlichen Arbeiten solltest du jedoch deutlich öfter zur Paraphrase greifen, denn du musst beweisen, dass du ein gutes Verständnis deiner Quellen hast.

Wir haben dir die Vorteile des direkten Zitierens und des Paraphrasierens zusammengefasst:

ParaphrasierenZitieren
Du zeigst, dass du den Text verstanden hast.Du kannst genaue Definitionen angeben.
Deine eigene Stimme bleibt in deiner Arbeit vorherrschend.Sprache und Stil eines Autors können beschrieben werden.
Zu viele direkte Zitate beeinflussen die Lesbarkeit deiner Arbeit.Argumente können präzise belegt werden.
Tipp: Erstelle deine vollständige Quellengabe mit unseren Scribbr-Generatoren.
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Franziska Pfeiffer

Franzi hat ihren Bachelor in Publizistik und Kommunikation in Berlin abgeschlossen und steht nun kurz vor den Masterabschluss. Sie kennt sich besonders gut mit den verschiedenen Forschungsmethoden aus und schreibt leidenschaftlich gerne Artikel, die anderen Studierenden zum Abschluss verhelfen.

12 Kommentare

Susanne
22. Juni 2020 um 15:42

Hallo,

wenn ich mit dem APA Stil paraphrasiere, dann ist eine Seitenzahl, anders als beim direkten Zitat, bei der Quellenangabe nicht nötig, ist das richtig? Sprich hinter der Paraphrase würde beispielsweise stehen: "(Müller, 2019)." Bei einem direkten Zitat würde stehen: "(Müller, 2019, 1).". Ist das richtig?

Danke,

Susanne

Antworten

Annika Heinemeyer
Annika Heinemeyer (Scribbr-Team)
22. Juni 2020 um 19:03

Hallo Susanne,
ganz genau, bei einer Paraphrase muss keine Seitenzahl angegeben werden. Bei einem direkten Zitat ist das Format (Müller, 2019, S. 1). :) Ich hoffe, dass ich dir weiterhelfen konnte.

Antworten

Jakob
5. Mai 2020 um 16:36

Wenn im zitierten Text ein direktes Zitat benutzt wurde und ich dieses in einer Paraphrasierung in meinem Text benutze, gebe ich dann als Quelle das Zitat an (unter Verweis auf den Text, den ich als Quelle benutze- also „vgl. XXX 2015, S. 15 in YYY 2018, S. 18) oder reicht der Verweis auf den von mir verwendeten Text (vgl. YYY 2018, S. 18)?
Vielen Dank im voraus!

Antworten

Annika Heinemeyer
Annika Heinemeyer (Scribbr-Team)
19. Mai 2020 um 13:50

Hallo Jakob,
vielen Dank für deine Frage. Was du beschreibst wird als Zitat im Zitat bezeichnet. Zitate innerhalb von einem Zitat werden grundsätzlich unverändert zusammen mit dem größeren Zitat übernommen. Um kenntlich zu machen, dass es ein übernommenes Zitat ist, setzt du dies in einfache Anführungszeichen. Wichtig ist, dass du das ‚Hauptzitat‘ mit einer Quellenangabe kennzeichnest. In dem Fall gibst du nur die Quelle von dem von dir verwendeten Text an.

Anders ist wenn, wenn du nur das direkte Zitat übernehmen wollen würdest. Dies wäre ein Sekundärzitat, das du mit zitiert nach in deinem Quellenverweis zitierst. In dem Fall würdest du beide Quellen Verweis im Text nennen. Im Literaturverzeichnis steht allerdings nur die Quelle, die du auch wirklich gelesen hast. Ich hoffe, dass ich dir weiterhelfen konnte. :)

Antworten

Elmi
26. März 2020 um 00:58

Hallo liebes Scribbor- Team,

ich muss mit APA 6 th Edition zitieren.
Sollte ich eine Wortkombination aus 2 Worten auch schon als direktes Zitat kennzeichnen oder würde dies, wenn der Rest des Satzes mit meinen eigenen Worten wiedergegeben wurde, noch als Paraphrase zählen? Bei der Wortkombi handelt es sich um eine akurate Begriffsbeschreibung, die ich thematisch gerne verwenden würde.
Und wie muss ich Zitieren wenn ich bei zwei aufeinanderfolgenden Zitaten die gleiche Quelle verwende, es sich aber einmal um eine Paraphrase und beim anderen Zitat um ein wörtliches handelt?

Beste Grüße
Elmi

Antworten

Annika Heinemeyer
Annika Heinemeyer (Scribbr-Team)
26. März 2020 um 10:24

Hallo Elmi,
vielen Dank für deine Frage. Zu deiner ersten Frage würde ich sagen, dass du gerade akkurate Begriffsbeschreibungen, Definitionen oder genaue Argumentationen anderer Autor*innen als direktes Zitat angeben solltest.
Zu deiner zweiten Frage: Du kannst bei beiden Zitaten die Quellenangabe ganz normal angeben. Die Quellenangabe im Text besteht dabei bei beiden Zitaten aus den Informationen Autor, Jahr und Seitenzahl. :) Ich hoffe, dass ich dir helfen konnte.

Antworten

Stephanie K.
17. März 2020 um 15:06

Guten Tag Scribbr-Team,
wenn ich einen Satz aus dem Buch entnehme und ich Wörter Daraus benutze und die dann umschreibe ist das dann Paraphrasieren oder nicht ?

Antworten

Annika Heinemeyer
Annika Heinemeyer (Scribbr-Team)
18. März 2020 um 10:06

Hallo Stephanie,
vielen Dank für deine Frage. Genau, wenn du Wörter aus einer anderen Quelle übernimmst und sinngemäß wiedergibst, ist das Paraphrasieren. Denke daran, auch für Paraphrasen eine Quellenangabe zu machen. :) Ich hoffe, dass ich dir helfen konnte.

Antworten

Julia Martin
29. Oktober 2019 um 20:14

Hallo, ich habe folgende Frage:
Wenn ich Inhalte einer Quelle paraphrasiere und dafür mehrere Sätze benötige, darf die Quelle dann am Ende der Paraphrasierung innerhalb des letzten Satzes benannt werden.
Was ist korrekt?
A: Satz1. Satz2. Satz3 (Müller, 2019, S. 1).
B: Satz1. Satz2. Satz 3. (Müller, 2019, S. 1)

Besten Dank und schöne Grüße
Julia

Antworten

Mandy Theel
Mandy Theel (Scribbr-Team)
30. Oktober 2019 um 11:15

Hallo Julia,
vielen Dank für deine Frage. Generell ist das möglich. Es kommt dabei jedoch auf die Formulierungen der Sätze an. Wenn du z. B. schreibst „die Studie von XY et al. (Jahr) hat bewiesen, dass…. . Das heißt, dass … . Die Autoren meinen aber … . Daraufhin folgt … ” kannst du einen Quellenverweis in Klammern aufführen. Es muss deutlich werden, dass du dich auf dieselbe Quelle beziehst. Die Quellenangabe steht dann vor dem Punkt (Version A).

Antworten

Galina
30. September 2019 um 15:54

Hallo, hab eine Frage an Sie,

wenn man in APA-Format, sinngemäß zitiert ist das doch richtig, ohne vgl. davor zu setzen,oder (Müller, 2019, S. 1).

Danke voraus

LG

Galina

Antworten

Mandy Theel
Mandy Theel (Scribbr-Team)
7. Oktober 2019 um 13:22

Hallo Galina,

vielen Dank für deine Frage. Ja, das ist richtig. Bei APA wird der Verweis im Text ohne ‚vgl.‘ geschrieben.

Antworten

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