Hypothesen aufstellen mit Beispielen für die Abschlussarbeit

Eine Hypothese ist eine Annahme bzw. eine Vermutung über einen Zusammenhang.

Hypothesen stellst du zu Beginn deiner Abschlussarbeit auf und prüfst sie mittels empirischer Forschung.

Beispiel Hypothese
Je mehr Fenster ein Büro hat, desto produktiver sind die Mitarbeiter.

Das ist eine Hypothese

Eine Hypothese drückt in der Regel den vermuteten Zusammenhang zwischen zwei Sachverhalten aus. Sie ist die provisorische Antwort auf eine wissenschaftliche Problemstellung.

Hypothesen sind kein fester Bestandteil wissenschaftlicher Arbeiten. Jede Abschlussarbeit benötigt eine Forschungsfrage, während Hypothesen jedoch nur benötigt werden, wenn du deine eigene empirische Forschung durchführst.

Eine Hypothese besteht aus einer unabhängigen Variablen – die Ursache – und einer abhängigen Variable – die vermutete Wirkung.

Beispiel Hypothese
Je mehr Fenster ein Büro hat, desto produktiver sind die Mitarbeiter.
Unabhängige Variable
Die Anzahl der Fenster
Abhängige Variable
Die Produktivität der Mitarbeiter

Arten von Hypothesen

Es gibt zwei Arten von Hypothesen: die gerichtete und die ungerichtete Hypothese.

Ungerichtete Hypothese

Bei der ungerichteten Hypothese bestätigst du zwar, dass es einen Zusammenhang gibt, allerdings stellst du keine Richtung fest.

Beispiel ungerichtete Hypothese
Die Anzahl der Fenster hat eine Auswirkung auf die Produktivität der Mitarbeiter.

Gerichtete Hypothese

Bei der gerichteten Hypothese hingegen gibst du diesem Zusammenhang eine Richtung, z. B. positiv oder negativ.

Beispiel gerichtete Hypothese
Die Anzahl der Fenster hat eine positive Auswirkung auf die Produktivität der Mitarbeiter.

Gerichtete Hypothesen sind meistens sinnvoller für die wissenschaftliche Arbeit, denn sie sind aussagekräftiger und haben einen höheren empirischen Gehalt.

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Eigene Hypothesen aufstellen

Möchtest du nun eigene Hypothesen für deine Untersuchung aufstellen, kannst du folgendermaßen vorgehen:

Wichtig ist nur, beim Aufstellen von Hypothesen diese drei Kriterien im Kopf zu behalten:

  1. Die abhängigen und unabhängigen Variablen in deinen Hypothesen müssen messbar, also operationalisierbar, sein.
  2. Deine Hypothesen dürfen sich nicht widersprechen.
  3. Du musst auch in der Lage sein, deine Hypothesen zu widerlegen.

Hypothesen formulieren mit Beispielen

In der Regel sind Hypothesen in einem Konditionalsatz formuliert. Das beinhaltet Konstruktionen mit wenn X, dann Y oder auch je X, desto Y.

Hypothesen sind keine Fragen, sondern Aussagen. Versuche, sie so präzise wie möglich zu formulieren.

Beispiel wenn-dann-Formulierung
Wenn mehr Fenster in einem Büro vorhanden sind, dann sind Mitarbeiter produktiver.
Beispiel je-desto-Formulierung
Je mehr Fenster in einem Büro vorhanden sind, desto produktiver sind die Mitarbeiter.

Testen von Hypothesen

Hast du deine Hypothesen aufgestellt, musst du diese nun testen und auf ihren Wahrheitsgehalt prüfen.

  • Wenn sich eine Erwartung bewahrheitet, kann die entsprechende Hypothese ‚verifiziert‘ werden.
  • Bestätigt sich eine Erwartung hingegen nicht, wird die Hypothese, die sie ausdrückt, ‚falsifiziert‘.

Statistische Überprüfung der Hypothesen

Du hast die Möglichkeit, deine Hypothesen statistisch zu testen. Dafür stellst du eine Nullhypothese (H0) und eine Gegenhypothese (H1) auf.

Beispiel H0
Die Anzahl der Fenster hat keinen Einfluss auf die Produktivität der Mitarbeiter.
Beispiel H1
Die Anzahl der Fenster hat einen Einfluss auf die Produktivität der Mitarbeiter.

Die Nullhypothese geht davon aus, dass kein Zusammenhang besteht und die Gegenhypothese soll geprüft werden. Dir stehen eine Reihe an statistischen Hypothesentests zur Verfügung, um die Hypothese zu verifizieren.

Hypothesentest durch Literatur

Es ist ebenfalls möglich, deine Hypothesen anhand deiner Literatur zu verifizieren. Schaue dir Studien zu diesem Thema an und fasse deine Ergebnisse zusammen.

Hypothesen in die Abschlussarbeit integrieren

Du kannst den Hypothesen ein eigenes Kapitel zu Beginn der Arbeit in der Einleitung zuweisen oder sie am Ende des Literature-Reviews erwähnen. Dort kannst du dann genauer darauf eingehen, wie du von der Literatur zu den Hypothesen gelangt bist.

In dem Methodikteil überprüfst und verifizierst du die Hypothesen und fasst daraufhin deine Ergebnisse im Fazit zusammen.

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Franziska Pfeiffer

Franzi hat ihren Bachelor in Publizistik und Kommunikation in Berlin abgeschlossen und steht nun kurz vor den Masterabschluss. Sie kennt sich besonders gut mit den verschiedenen Forschungsmethoden aus und schreibt leidenschaftlich gerne Artikel, die anderen Studierenden zum Abschluss verhelfen.

1 Kommentar

Franziska Pfeiffer
Franziska Pfeiffer (Scribbr-Team)
14. April 2017 um 15:21

Danke fürs Lesen! Ich hoffe dieser Artikel hat dir weitergeholfen. Hast du noch eine Frage? Hinterlasse einen Kommentar und ich werde mich so schnell wie möglich bei dir zurückmelden.

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