Validität und Reliabilität in deiner Bachelorarbeit – Definition, Beispiele und Einflussfaktoren

Validität und Reliabilität sind zwei wichtige Gütekriterien, die du bei der Erhebung der Daten für deine Bachelorarbeit beachten musst.

Während die Validität auf die Gültigkeit deiner Ergebnisse abzielt, bezieht sich die Reliabilität darauf, ob sich deine Forschung reproduzieren lässt.

Damit zeigst du den Lesern deiner Bachelorarbeit, dass sie auf deine Ergebnisse vertrauen können. Sind Validität und Reliabilität deiner Forschung gegeben, kannst du deine Daten guten Gewissens verwerten und verlässliche Erkenntnisse gewinnen.

Wir erklären dir den genauen Unterschied zwischen Validität und Reliabilität und zeigen dir anhand eines Beispiels, welche Einflussfaktoren du beachten musst.

Validität Definition

Die Validität bezieht sich auf die Gültigkeit deiner Forschung. Eine Messung ist valide, wenn sie tatsächlich das misst, was sie messen soll und somit glaubwürdige Ergebnisse liefert.

Jede Art von Forschung kann von verschiedenen Faktoren beeinflusst werden, die deine Ergebnisse ungültig machen und somit „nicht valide”.

Im Klartext bedeutet das, dass du alle Faktoren, die die Validität deiner Forschung gefährden, eliminieren solltest.

Beispiel:

Forschungsfrage: „Auf welchem Niveau befinden sich die Rechtschreib- und Grammatikkenntnisse von Zweitklässlern in Deutschland?“

Vorgehensweise: Ein Fragebogen mit Fragen zu Rechtschreibung und Grammatik wird im letzten Monat des Schuljahres an Zweitklässler an 5 Schulen in jedem deutschen Bundesland verteilt.

Einflussfaktoren auf die Validität

Die folgenden Faktoren können einen Einfluss auf die Validität deiner Forschung haben:

Für jeden Faktor zeigen wir dir anhand eines Beispiels, wie eine valide und eine nicht valide Forschung aussehen könnten.

Auswahl des Untersuchungsgegenstands

Bestimmte Neigungen oder Voreingenommenheiten, die zu der Auswahl von Untersuchungsgegenständen führen, können sich als nicht repräsentativ herausstellen.

Beispiel:

Valide: 5 Schulen aus jedem Bundesland werden ausgewählt, um repräsentativ auf Deutschland schließen zu können.

Nicht valide: 3 Schulen aus Bayern werden untersucht und es werden trotzdem Schlussfolgerungen auf Deutschland gezogen.

Verlauf

Bestimmte Ereignisse die sich im Verlauf des Forschungsprojekts abspielen (z. B. zwischen der ersten und zweiten Phase der Forschung), können erhebliche Wirkung auf die Ergebnisse haben.

Beispiel:

Valide: Der Test wird nur an Zweitklässler im letzten Monat des Schuljahres ausgegeben.

Nicht valide: Der Test wird zu verschiedenen Zeitpunkten über das Schuljahr verteilt durchgeführt und manche Schüler sind schon weiter im Lehrplan als andere.

Datenerhebung

Der Prozess der Datenerhebung selbst kann sich auf den Untersuchungsgegenstand auswirken.

Beispiel:

Valide: Der Fragebogen wird an die Kinder verteilt und wird von ihnen selbst unter Aufsicht eines Lehrers durchgeführt.

Nicht valide: Der Fragebogen wird face-to-face ausgefüllt und die Kinder sind möglicherweise aufgeregt, sodass die Ergebnisse nicht der Wirklichkeit entsprechen.

Verlust

Der mögliche Verlust von Untersuchungsgegenständen im Laufe der Forschung wird besonders bei Längsschnittstudien wichtig.

Beispiel:

Valide: Für die Forschung wurde eine große Stichprobe ausgewählt, sodass das Ergebnis trotz kurzfristiger Teilnahmeabsage einer Schule noch Aussagekraft besitzt.

Nicht valide: Die Teilnehmerauswahl ist im Vorhinein schon so klein, dass der Verlust einer Teilnahme das Ergebnis bereits signifikant verändert.

Mehrdeutigkeit

Es kann Verwirrung zu Ursache und Wirkung eines Ereignisses herrschen.

Beispiel:

Valide: Der Schulunterricht hat einen direkten Einfluss auf die Rechtschreib- und Grammatikkenntnisse der Schüler.

Nicht valide: Es gibt keine klare Verbindung zwischen den Kenntnissen der Schüler und dem Schulunterricht.

Interne Validität und externe Validität

Es wird prinzipiell zwischen interner und externer Validität unterschieden.

Bei der internen Validität geht es konkret um deine Vorgehensweise und die Untersuchungsgegenstände innerhalb deines Forschungsprozesses.

Externe Validität bezieht sich auf die Gültigkeit deiner Ergebnisse außerhalb deiner Forschung. Wenn deine Forschung also innerhalb einer Organisation durchgeführt wird, ist fragwürdig in welchem Umfang sich die Erkenntnisse auch auf andere Organisationen anwenden lassen.

Beispiel:

Forschungsfrage: „Auf welchem Niveau befinden sich die Rechtschreib- und Grammatikkenntnisse von Zweitklässlern in Deutschland?“

Interne Validität: In ihrer einfachsten Form ist die Forschung valide, da der Fragebogen Rechtschreib- und Grammatikkenntnisse abfragt. Würden die Schüler dort auch Matheaufgaben beantworten, würde unser Messinstrument (der Fragebogen) nicht das messen, was er messen sollte und somit keine gültigen Ergebnisse liefern.

Externe Validität: Hätten wir die Forschung an nur 3 Schulen in Bayern durchgeführt, wäre fragwürdig, ob sich die gewonnenen Erkenntnisse prinzipiell auch auf andere Schulen in Deutschland übertragen ließen. Indem wir aber unsere Auswahl erhöhen und 5 Schulen in jedem deutschen Bundesland untersuchen, haben wir dieses Problem gelöst.

Es ist allerdings vielleicht auch gar nicht in deinem Sinne, verallgemeinernde Forschung zu betreiben, sondern du willst einfach Ereignisse in einer bestimmten Umgebung beschreiben. Das ist natürlich auch in Ordnung, solange du nicht behauptest, dass sich deine Ergebnisse, Schlussfolgerungen und Theorien verallgemeinern lassen.

Reliabilität Definition

Die Reliabilität bezieht sich darauf, ob sich deine Forschung reproduzieren lässt.

Wenn deine Forschung zuverlässig (reliabel) sein soll, musst du deine Daten so erheben und analysieren, dass konsistente Ergebnisse erzielt werden.

Deine Forschung muss die folgenden Bedingungen erfüllen, um als zuverlässig zu gelten:

  • Wenn du die Messung unter gleichen Rahmenbedingungen wiederholst, werden die gleichen Ergebnisse produziert.
  • Andere Forscher, die dieselben Methoden und Abläufe verwenden, kommen auf ähnliche Ergebnisse.
  • Wer deine Forschung interpretiert, kann deutlich sehen, wie du von deiner Datenerhebung zu deinen Schlussfolgerungen gelangt bist.

Einflussfaktoren auf die Reliabilität

Genau wie bei der Validität gibt es einige Faktoren, die die Reliabilität deiner Forschung beeinflussen können:

Situation (Ort und Zeitpunkt)

Messungen, die zu verschiedenen Zeiten durchgeführt werden, produzieren unterschiedliche Ergebnisse.

Beispiel:

Reliabel: Die Messung wird immer an Zweitklässlern und immer im letzten Monat des Schuljahres durchgeführt, damit alle befragten Schüler auf dem gleichen Ausbildungsstand sind.

Soziale Erwünschtheit

Versuchspersonen könnten nicht wahrheitsgemäß antworten, da sie glauben, dass die Wahrheit sie z. B. in ein schlechtes Licht rücken würde.

Beispiel:

Reliabel: In dem Fragebogen wird lediglich Wissen abgefragt und es werden keine Meinungen, Einstellungen oder Bewertungen gemessen.

Fragestellung

Andere Forscher können die gleiche Frage auf verschiedene Art und Weise stellen und somit die Ergebnisse beeinflussen. Deine Frage sollte also eindeutig formuliert sein, um exakt die gewünschten Ergebnisse zu erzielen.

Beispiel:

Reliabel: Die Fragebogen sind standardisiert und jedes Kind erhält genau die gleichen Fragen.

Interpretation

Andere Forscher können die gleichen Daten anders interpretieren und somit die Erkenntnisse und Schlussfolgerungen beeinflussen. Deine Auswertungsmethode muss also eindeutig sein.

Beispiel:

Reliabel: Die Auswertung des Fragebogens wurde soweit standardisiert, dass bei Wiederholungen ähnliche Ergebnisse produziert werden.

Es ist also wichtig, dass die Forschung in deiner Bachelorarbeit sowohl valide als auch reliabel ist. Um das zu gewährleisten, solltest du die verschiedenen Faktoren beachten und im Kopf behalten, wie sie deine Forschung beeinflussen können.

Nur so kannst du nämlich garantieren, dass deine Ergebnisse verlässlich sind und du die erhobenen Daten verwerten kannst.

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Franziska Pfeiffer

Franzi arbeitet im Bereich Content Marketing und für den deutschen Support von Scribbr. Sie hat vor Kurzem ihren Bachelor in Publizistik und Kommunikation abgeschlossen und versucht jetzt anderen Studenten beim Bestehen ihrer Abschlussarbeiten zu helfen.

1 Kommentar

Franziska Pfeiffer
Franziska Pfeiffer (Scribbr-Team)
12. Juli 2018 um 16:51

Danke fürs Lesen! Ich hoffe dieser Artikel hat dir weitergeholfen. Hast du noch eine Frage? Hinterlasse einen Kommentar und ich werde mich so schnell wie möglich bei dir zurückmelden.

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