Tipps für die Literaturrecherche der Bachelorarbeit

Die Literaturrecherche bildet die Basis für deine Bachelorarbeit bzw. Masterarbeit. Sie umfasst viel mehr als nur das Lesen von Büchern, denn es gibt eine Reihe an Materialien, die du für die Literaturrecherche heranziehen kannst.

Egal ob du empirische Forschung betreibst oder eine reine Literaturarbeit schreibst – du musst immer Literatur sammeln, um dir einen Überblick zum Thema zu verschaffen und einen theoretischen Rahmen zu finden. Innerhalb dieses Rahmens kannst du dann deine Argumentation strukturieren.

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Thema der Literaturrecherche definieren

Um Literaturrecherche zu betreiben, ist es wichtig, dass du dich auf eine Forschungsfrage festlegst und diese weitestgehend eingegrenzt. So weißt du genau wonach du suchen musst, um die Forschungsfrage zu beantworten.

Beispiel Forschungsfrage: „Nehmen Berichterstattungen über Prominente im Jahr 2018 auf der ersten Seite deutscher Tageszeitungen mehr Platz ein als die politische Berichterstattung?

Hier wurde der Zeitraum („2018“) und das Untersuchungsobjekt („erste Seite deutscher Tageszeitungen“) eingegrenzt.

Literaturrecherche
Du suchst dir nun die Ausgaben der drei größten deutschen Tageszeitungen heraus, am besten eine aus jedem Monat. Diese Ausgaben kannst du dir oft in der Bibliothek ausleihen oder über das Online-Archiv der jeweiligen Zeitung darauf zugreifen. Außerdem suchst du im Online-Bibliotheksportal deiner Uni nach Artikeln, die bereits theoretische Grundlagen für Faktoren der Berichterstattungen herausgearbeitet haben.

Tipp: Plane für die Literaturrecherche 4-6 Wochen ein. Gute Texte bilden die Grundlage deiner Abschlussarbeit und das Lesen nimmt oft mehr Zeit in Anspruch als gedacht.

Material für die Literaturrecherche auswählen

Bei der Literaturrecherche geht es nicht nur um Bücher. Es gibt viel unterschiedliches Material, das dir für die Recherche zur Verfügung steht.

Das folgende Material kannst du bei deiner Literaturrecherche verwenden:

  • Monographien
  • Journal/Fachzeitschriften
  • Internetseiten
  • Zeitungen
  • Magazine
  • Vorträge
  • Filme
  • Fernsehsendungen
  • Radiobeiträge
  • Musik
  • Interviews
  • Berichte
  • Gesetze
  • Posts aus sozialen Medien
  • Vorlesungsfolien
  • Statistiken

Journals bzw. Fachzeitschriften eignen sich in besonderer Weise für das Verfassen von wissenschaftlichen Texten, da die Artikel dort meist auch von Wissenschaftlern geschrieben wurden. Diese Autoren haben sich einem Peer-Review Verfahren unterzogen.

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Passende Literatur finden

Um relevante Literatur zu finden, kannst du an folgenden Orten schauen:

Tipp 1: Hast du eine gute Quelle gefunden, lohnt es sich, nachzuschauen, ob der betreffende Autor eventuell noch mehr zu dem Thema verfasst hat.

Tipp 2: Die Schneeballmethode verwenden – im Literaturverzeichnis anderer Texte stößt man oft auf weiteres relevantes Material, denn der Autor oder die Autorin dieser Texte haben ebenso Literaturrecherche zu dem Thema betrieben. Sticht dir etwas sofort ins Auge? Dann schlage dort nach!

Zitierfähige Quellen erkennen

Nicht jede gefundene Quelle ist auch glaubwürdig bzw. zitierfähig. Hier findest du eine Übersicht zu Leitfragen, wie du zitierfähige Quellen auf einen Blick erkennst:

Autor/in

Welchen akademischen Werdegang besitzt der Autor oder die Autorin? Ist er oder sie anerkannter Experte auf diesem Gebiet? Was hat er oder sie sonst noch publiziert?

Datum

Handelt es sich bei deiner Forschung um ein Gebiet, das sich schnell verändert, z. B. soziale Medien? Dann solltest du möglichst nach aktuellerer Literatur Ausschau halten.

Auftraggeber

Wer hat die Studie in Auftrag gegeben? Geht die Untersuchung von einer Firma aus, wird oft eher subjektiv geschrieben. Taucht der Name einer Institution auf, bedeutet das, dass diese mit ihren Namen für die Glaubwürdigkeit bürgt.

Anzahl der Zitierungen

Wenn du dich bei Google Scholar auf die Suche nach Artikeln machst, kannst du unter dem jeweiligen Suchergebnis sehen, wie oft diese Quelle schon von anderen zitiert wurde. Ist die Quelle schon älter und wurde selten bis gar nicht zitiert? Dann solltest du dir sicher sein, dass du genau auf diesen Text verweisen möchtest, um ein Nischenthema anzusprechen.

Methodik

(Im Fall einer Studie) Wie wurde die Forschung durchgeführt? Versuche die Vorgehensweise der Autoren zu hinterfragen. Kannst du die Methodik nachvollziehen? Liegt Validität und Reliabilität der Forschung vor?

Systematische Literaturrecherche

Bei der Literaturrecherche besteht immer die Gefahr, zu viel Literatur zu sammeln. Das kann kontraproduktiv sein, denn je mehr unterschiedlichen Input du bekommst, desto unsicherer wirst du eventuell bei deiner Themenwahl. Es fällt dir außerdem potenziell schwerer, die wirklich wichtigen Aspekte herauszuarbeiten.

Um nicht den Überblick zu verlieren, solltest du deshalb von Anfang an systematisch vorgehen. Das kannst du folgendermaßen tun:

Keywords/Schlagwörter bestimmen

Welche Wörter beschreiben kurz und präzise die wesentlichen Inhalte deiner Forschung?

Beispiel Forschungsfrage: „Nehmen Berichterstattungen über Prominente im Jahr 2018 auf der ersten Seite deutscher Tageszeitungen mehr Platz ein als die politische Berichterstattung?

Keywords
Medien, Politik, Berichterstattung, Inhaltsanalyse

Texte überfliegen

In der Recherche-Phase ist es nicht nötig, jeden gefundenen Text im Detail zu lesen, denn das kostet Zeit. Lese dir stattdessen den Abstract, die Einleitung und das Fazit durch. Passt dieser Text zu deinem Forschungsinteresse? Dann kannst du ihn dir genauer anschauen.

Literaturrecherche dokumentieren

Es ist essentiell, dass du deine Recherche dokumentierst. Sobald du eine relevante Quelle gefunden hast, solltest du diese direkt in der richtigen Zitierweise aufschreiben und dir Notizen zu den wichtigsten Aspekten machen. Auch interessante Zitate, die du verwenden möchtest, solltest du gleich mit Angabe der Seitenzahl herausschreiben.

Selbst wenn du die Literatur letztlich nicht in der Abschlussarbeit verwendest, kannst du so auf einen Blick die Ergebnisse deiner Literaturrecherche verwalten.

Hilfreiche Online-Tools für die Literaturverwaltung:

  • Scribbr APA Generator – Nachdem du dir Quellenangaben nach APA-Richtlinien erstellt hast, kannst du dir alle Quellen auflisten lassen und diese exportieren.
  • Microsoft Word – Du kannst dir auch selbst einen Überblick erstellen, indem du eine kurze Zusammenfassung jeder gefundenen Quelle in ein Extra-Dokument schreibst.
  • Citavi – Du kannst über das Programm Citavi direkt auf Datenbanken zugreifen, Quellenangaben speichern, wichtige Passagen markieren und Notizen machen.
  • Zotero – Mit einem Plugin für deinen Browser kannst du Online-Quellen direkt in das Programm einbinden, Notizen erstellen und Gruppen gründen, um Literatur mit deinen Kommilitonen zu teilen. Du kannst Texten außerdem eigene Keywords zuteilen.

Was kommt als Nächstes?

Anhand deiner Literaturrecherche kannst du dir nun schon Gedanken über den theoretischen Rahmen deiner Abschlussarbeit machen. Gibt es Theorien, die du gern zur Beantwortung deiner Forschungsfrage heranziehen würdest?

Außerdem kannst du dir überlegen, welche Methodik du verwenden möchtest und wie die Literatur dazu passen könnte.

Du stützt deine Abschlussarbeit auf die Literatur. Diese kannst du in Form von Paraphrasierungen und direkten Zitaten unter Angabe der Quelle in deinen Text integrieren. Du solltest außerdem daran denken, die Quellen, die du auch in deiner Abschlussarbeit verwenden möchtest, in das Literaturverzeichnis einzufügen.

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Franziska Pfeiffer

Franzi hat ihren Bachelor in Publizistik und Kommunikation in Berlin abgeschlossen und steht nun kurz vor den Masterabschluss. Sie kennt sich besonders gut mit den verschiedenen Forschungsmethoden aus und schreibt leidenschaftlich gerne Artikel, die anderen Studierenden zum Abschluss verhelfen.

1 Kommentar

Franziska Pfeiffer
Franziska Pfeiffer (Scribbr-Team)
15. Oktober 2018 um 14:46

Danke fürs Lesen! Ich hoffe dieser Artikel hat dir weitergeholfen. Hast du noch eine Frage? Hinterlasse einen Kommentar und ich werde mich so schnell wie möglich bei dir zurückmelden.

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